Forsttag: Chancen mit der Douglasie

Die Douglasie bietet als Ergänzung zum heimischen Baumartenspektrum im Klimawandel Möglichkeiten und Chancen in der Waldbewirtschaftung. Experten und Praktiker waren sich auf dem Vorarlberger Forsttag am 21. Februar in Hohenems dazu einig.

Der prognostizierte Klimawandel führt in der Waldbewirtschaftung zu riesigen Herausforderungen. Was tun? Keine leichte Aufgabe. Die Bäume, die sich heute natürlich verjüngen oder gepflanzt werden, haben in ihrem Erwachsenenalter in 100 Jahren ein anderes Klima als heute. Grundsätzlich möchten wir mit dem vorhandenen Baumartenspektrum auf der Basis der traditionellen naturnahen Waldbewirtschaftung weiterarbeiten. Sogenannte „Gastbaumarten“ wie eben die Douglasie können unsere heimischen Baumarten ergänzen. Die Referentin Dr. Tamara Eckhart zeigte die mögliche Wuchspotenziale der Douglasie unter prognostizierten Klimabedingungen. Diese Prognosen sind für Vorarlberg eigentlich ganz gut.
Oberförster Johann Pichler berichtet am Forsttag von seinen 40 jährigen praktischen Erfahrungen zur Douglasie. Sein Resümee ist durchwegs sehr positiv: Die Douglasie kann mit ihrer guten Durchwurzelungsmöglichkeit der Böden gut mit Trockenphasenumgehen. Sie ist sturmfest und hat auch gute Wuchsleistungen. Der „Wunderbaum“ ist sie aber deshalb auch nicht. Es müssen einige Dinge berücksichtigt werden, wie die Auswahl von geeigneten Standorten, die Auswahl von guten Herkünften oder die fachgerechte Durchführung von Pflegemaßnahmen. Ein Problem stellt auch die hohe Wildschadensanfälligkeit dar. Insbesondere die Fegeschadenanfälligkeit macht einen Schutz dazu fast unumgänglich.
Frühzeitige Bestellung im Landesforstgarten
In Vorarlberg haben wir heute Douglasienanteile weit unter einem Prozent. Eine Einbringung und Ergänzung der heimischen Baumarten in den nächsten Jahren im Bereich von mehreren Prozenten wird in als Klimaanpassungsmaßnahme als sehr sinnvoll angesehen. Die Nachfrage nach Douglasien hat sich im Landesforstgarten in Rankweil in den letzten sechs Jahren allerdings auf niedrigem Niveau verdreifacht. Interessierte Waldeigentümer können hier Douglasien beziehen und sich bezüglich der Pflanzung auch beraten lassen. Aufgrund der hohen Nachfrage ist eine frühzeitige Bestellung zu empfehlen. Es ist geplant einen Beratungsleitfaden für die Douglasie zusammenzustellen und dem einzelnen Waldbesitzer für die praktische Umsetzung in die Hand zu geben.

Bild oben: Die Douglasie hat Potenzial in Vorarlberg: Der höchste Baum in Vorarlberg steht mit einer Douglasie mit 59 Meter Höhe, 1,5 Meter Durchmesser und etwa 50 Festmeter Volumen im Bregenzer Stadtwald.

Link zum ORF Beitrag zur Douglasie.

Beitrag teilen