Woche des Waldes 2020

Kostenschere, Klimastress und Corona
Am Rundholzmarkt schaut es nicht gut aus. Schon vor Coron gab es einen massiven Preisdruck durch einen regionalen aber vor allem internationalen Schadholzanfall aus Wetterextremen mit Windwurf oder Borkenkäfern. Im Holzvorzeigebeispiel Bildungscampus Bludesch gingen Landesrat Christian Gantner, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und Dr. Matthias Ammann von der Vorarlberger Holzbaukunst anlässlich der heurigen „Woche des Waldes“ auf die Problematiken am Holzmarkt und die Lösungsmöglichkeiten für die Waldwirtschaft ein.

Die gesamte Waldbewirtschaftung kommt mit dem „Klimastress“ und jetzt noch zusätzlich überlagert mit der Coronakrise unter einen massiven wirtschaftlichen Kostendruck. Die Finanzierung der Waldbewirtschaftung kann aus den Holzerlösen nicht mehr bewerkstelligt werden. Die bisherige „Gemeinwohldienlichkeit“ des Waldes mit den verschiedenen Waldwirkungen, wie der bei uns sehr wichtigen Schutzfunktion, funktioniert nicht mehr. Eine Abnahme der Waldbewirtschaftung würde sich sehr negativ auf die regionale Ressourcennutzung und Wertschöpfungskette auswirken. Außerdem ginge gerade jetzt eine wirksame Klimaschutzmaßnahme für die zusätzliche CO2-Speicherung und –Substitution von anderen CO2-intensiven Baustoffen zurück.

Offensiven und Unterstützungen für die aktive Waldbewirtschaftung notwendig

Wir brauchen dringend verstärkte Offensiven für den nachhaltigen Baustoff und erneuerbaren Energieträger, wie sie in den Regierungsprogrammen von Land und Bund geplant sind. Präsident Josef Moosbrugger begrüßt und unterstützt hier sehr das Engagement von Landesrat Christian Gantner: „Wir brauchen dringend eine „Inwertsetzung“ unseres genialen „Klimaschutz – Rohstoffs“. Daneben brauchen wir kurzfristig aber auch dringend die Weiterführung und auch die Anpassung der Unterstützungsinstrumente für eine aktive Gebirgswaldbewirtschaftung“, betont Präsident Josef Moosbrugger anlässlich der heurigen Woche des Waldes.

Ausbau „Holzpaket“

Landesrat Christian Gantner möchte das Holzbauland Vorarlberg weiter ausbauen. Sowohl im öffentlichen, gemeinnützigen als auch im privaten Wohnbau geht es um eine deutliche Erhöhung. In der Wohnbauförderung gibt es bereits erste Ansätze. Ein ganzes „Holzpaket“ wird für heuer angekündigt.
„Unsere Gesellschaft fordert Nachhaltigkeit, Umweltschutz und regionale Wertschöpfung. Holzbau ist Nachhaltigkeit, Umweltschutz und regionale Wertschöpfung“ zeigt Matthias Ammann von der Vorarlberger Holzbaukunst die Richtung, wo es hingehen muss.

Klimasünde und Betonmärchen!

Die weltweite Zementproduktion ist hinter China und den USA der drittgrößte CO2 Emittent. Die Emissionen der Zementherstellung werden europaweit in den einschlägigen Berechnungsregeln nur zum geringen Teil in die Ökobilanz von Beton eingerechnet. Das muss sich ändern.
Ein Qualitätsholzbau – gebaut mit „Holz von Hier“ – ermöglicht in der Lebenszykluskostenrechnung eine CO2 Einsparung von mindestens 50 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Stahlbetonbau. Ist es dann nicht alarmierend, wenn der Wohnbau in Vorarlberg und viele öffentliche Bauten heutzutage immer noch primär, und ohne Prüfung von Alternativen in Holz, weiterhin in Stahlbeton ausgeführt werden?, frägt sich Matthias Ammann von der Vorarlberger Holzbaukunst.
Die Gemeinde Bludesch zeigt wie es gehen kann. Hier wurde regionales Holz von der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg im Ausmaß von knapp 1.000 Festmeter verbaut. Bürgermeister Michael Tinkhauser freut sich heute, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das Projekt wurde bereits mit nachhaltige regionale Bauweise mit Holz am Bildungscampus Bludesch ausgezeichnet.


Im Bild Baustelle Bildungscampus Bludesch: Wir bauchen eine „Inwertsetzung“ unseres genialen „Klimaschutz – Rohstoffs“. CO2 Speichern und andere CO2 intensive Baustoffe ersetzen, muss sich wirtschaftlichen rechnen.

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