Wissenschaft für Waldbewirtschaftung

In einen Brief an die EU-Kommission, den Rat und das Parlament fordern jetzt über 600 Unterzeichnende, darunter 550 Wissenschaftler, die Gremien auf, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung als Pfeiler des europäischen Klimaschutzes zu erhalten und zu fördern.

Dass die EU angesichts des voranschreitenden Klimawandels zunehmend auf die Stilllegung großer Waldflächen setzt, wird als Zeichen einer fehlgeleiteten Politik gesehen, welche den Klimaschutz ausbremst und die Potenziale einer nachhaltigen Holzverwendung zu verschenken droht.
Senkenleistung und Holzspeicher plus Substitutionsleistung
Dazu gibt es klare Worte zu den Potentialen von Wald als Senkenwirkung. Wälder haben zwar eine hohe Kapazität, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden, aber in vielen europäischen Ländern ist jedoch bereits ein hohes Niveau an Holzvorräten erreicht. Durch die Klimarisken wird, in den nächsten zehn Jahren, unabhängig ob bewirtschaftet oder unter Schutz gestellt wird, eher eine Abnahme als eine Zunahme der Senkenleistung erwartet. Ohne Holzernte wird die Kohlenstaoffsenkenleistung gegen Null gehen, wie man dies in den Altbeständen der ukrainischen Urwälder beobachten kann.
Im Brief der Wissenschaftler wird ganz klar die CO2 Speicherleistung in langlebigen Holzprodukten und die CO2 Minderungsleistung durch die Substitution energieintensiver Baustoffe aber auch fossiler Energieträger hervorgehoben.
Keine generelle Biodiversitätsverbesserung
Für uns ganz wichtig ist, dass im Brief auch vorkommt, dass durch die nachhaltige Waldbewirtschaftung geschichtlich gesehen die biologische Vielfalt in den Wäldern erhöht wurde. Damit wird eines der Hauptargumente, das von vielen Naturschutz Lobbyisten immer wieder für die Außernutzungsstellung von Waldgebieten verwendet wird, entkräftet. Dass mit Holz dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum geschaffen werden kann, der Energiebedarf von Gebäuden reduziert werden kann und nachhaltige Arbeitsplätze in allen europäischen Regionen geschaffen werden, sind weitere im Brief aufgezählte wertvolle Argumente für die Waldbewirtschaftung.
Der Vorarlberger Waldverein, der sich seit der Gründung für eine aktive naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung einsetzt, sieht sich mit dem Brief der Wissenschaftler sehr bestätigt. Wald und Holz können damit einen wichtigen Beitrag im Klimaschutz leisten und gleichzeitig kann eine Resilienz und Stabilität der Waldbestände gewährleistet werden.


Bild oben: Nachhaltige Holznutzung bringt besser CO2 Effekte wie „nur“ Senkenleistung im Wald (Im Bild Holzverladung beim Vorarlberger Waldverband, Foto LK Th. Ölz).

Übersetzung

Sehr geehrte Frau Präsidentin von der Leyen, sehr geehrter Herr Präsident Metsola, sehr geehrter Herr Präsident Michel,
das heiße und trockene Wetter in vielen Teilen Europas und der Welt lässt uns um die Zukunft unserer Wälder bangen. Dürre, Krankheiten und Brände verwüsten ganze Landschaften, unabhängig von ihrem Schutz- oder Bewirtschaftungsstatus. Es liegt auf der Hand, dass die Wälder durch den Klimawandel zunehmend gefährdet sind, während sie gleichzeitig in der Lage sind, den Klimawandel abzuschwächen und die biologische Vielfalt durch eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung und Nutzung ihrer Produkte zu erhöhen, um eine Bioökonomie und die Versorgung mit erneuerbaren Energien in Europa zu sichern. Wälder haben eine hohe Kapazität, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden. In vielen europäischen Ländern ist jedoch bereits ein hohes Niveau an wachsenden Holzvorräten erreicht, und eine weitere Anhäufung von Biomasse erscheint bei einer Klimaerwärmung riskant. Wenn trockene Jahre häufiger werden, erwarten wir, dass die Biomasse der Wälder in den nächsten zehn Jahren eher ab- als zunehmen wird, unabhängig von Bewirtschaftung und Schutz. Gegenwärtig ist der jährliche Kohlenstoffzuwachs in bewirtschafteten Wäldern höher und das maximale Holzvolumen ist das gleiche wie unter Schutz. Ohne Holzernte wird das Waldvolumen gesättigt sein. Die Kohlenstoffsenke wird sich dem Nullpunkt nähern, wie es in den Altbeständen der ukrainischen Urwälder zu beobachten ist. Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ist in Bezug auf die Ökosystemprozesse CO2-neutral, da der Wettbewerb zwischen den einzelnen Bäumen und Verluste durch Naturkatastrophen durch eine regulierte Bestandsdichte ersetzt werden. Es gibt keine Kohlenstoffschuld auf Landschaftsebene. Tatsächlich ist es die Bewirtschaftung, die in der europäischen Geschichte die biologische Vielfalt in den Wäldern erhöht hat. Die Klimavorteile von Holzprodukten sind vielfältig und folgen einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Sie hängen von der Menge an Kohlenstoff ab, die aus dem Wald in Holzprodukte übertragen wird, und zwar idealerweise über sehr lange Zeiträume. Bei diesem Prozess wird bei der Herstellung von Holzprodukten weniger fossile Energie benötigt als bei Beton, Stahl, Aluminium und Glas. Dieser Prozess des Ersetzens energieintensiver Konstruktionen durch Holz wird als Produktsubstitution bezeichnet. Die Verwendung von Holz als Baumaterial ist nicht nur ein zusätzlicher CO2-Speicher, sondern sichert auch dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum, reduziert den Energiebedarf von Gebäuden und schafft nachhaltige Arbeitsplätze in allen europäischen Regionen. Neben der Substitution fossiler Ressourcen durch die stoffliche Nutzung stehen immer mehr Nebenprodukte und recyceltes Holz zur Verfügung, um die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu sichern. Bei der Bewirtschaftung von Wäldern und der Ernte von Bäumen zur Herstellung von Produkten fallen immer Reste an, die nicht für Produkte geeignet sind, d.h. Baumkronen oder eine morsche Basis. Es gibt auch Mischbaumarten, die geerntet werden, aber nicht für Produkte verwendet werden können, vor allem bei Laubbäumen. Ein Teil dieser Biomasse verbleibt als Totholz und für den Artenschutz im Wald.
Darüber hinaus fallen bei der Herstellung von Holzprodukten auch Reststoffe wie Späne, Hobelspäne und Sägemehl an, die sich für die Energieerzeugung eignen. Der Energiegehalt der Reste und Rückstände von Holzprodukten am Ende ihres Lebenszyklus sollte idealerweise durch den Einsatz von „BioEnergie mit Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung“ zurückgewonnen werden. Es wurde argumentiert, dass Holz aufgrund seiner im Vergleich zu fossilen Brennstoffen geringen Energiedichte für die Energieerzeugung ineffizient ist. Dieser Vergleich ist jedoch ungerecht. Fossile Brennstoffe werden in naher Zukunft nicht mehr verfügbar sein. Wenn die Energiewende in Europa erfolgreich vollzogen ist, können auf Biomasse basierende Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung auch Wasserstoff und Biochemikalien erzeugen. Bei ordnungsgemäßer Waldbewirtschaftung ist die energetische Nutzung von Holz ein Nebenprodukt der Holzernte und der Verarbeitung von Holz zu Produkten. Die energetische Nutzung von Holz kann fossile Energie ersetzen und ist ein wichtiger Bestandteil der Klimaschutzpolitik in allen europäischen Ländern. Die Energiesubstitution ist ein integraler Bestandteil eines bewirtschafteten Waldes und der damit verbundenen Holzprodukte. Daher müssen bei einer sektoralen Analyse eines bewirtschafteten Waldes die Stoff- und Energieströme des gesamten Systems, die mit dem Wald und seiner Nutzung verbunden sind, berücksichtigt werden. Nur bei der Waldbewirtschaftung und Holznutzung vermeiden wir fossile CO2-Emissionen. Eine verstärkte Lagerung von Holz im Wald kompensiert nur, vermeidet aber nicht die CO2-Emissionen mit unabsehbaren Risiken. Ein Verbot der energetischen Nutzung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und die Erhöhung des Anteils geschützter EU-Wälder ist nicht geeignet, die europäische Klimaschutzpolitik zu unterstützen, bringt keine weiteren Vorteile für die Biodiversität und behindert die zirkuläre Bioökonomie. Man könnte sogar zu dem Schluss kommen, dass eine ökologisch ausgerichtete nachhaltige Forstwirtschaft, die die Holzmengen konstant hält und den Zuwachs für Produkte und Energie nutzt, „klimafreundlich“ ist. Gegenwärtig übersteigt die Nachfrage nach Holz unser Angebot. Daher importiert die EU Holz aus anderen Regionen der Welt. In dieser Situation erscheint es unangemessen, Waldflächen für die Wildnis zu reservieren, was nachweislich nicht zur Erhaltung zusätzlicher Arten beiträgt. Prof. Roland Irslinger (im Ruhestand), ehemals Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg/Neckar, Deutschland

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