Tierschutzgerechte Rotwildreduktion

Es gibt keine tierschutzgerechtere Rotwildreduktion als mit einem Abschuss in einem Gatter, war die klare Aussage von Dr. Wolfgang Kornder im Rahmen des Onlineseminares „Effektiv jagen – und der Tierschutz jagt mit!“ der Plattform „Hunting4future.org“.

Dr. Wolfgang Kornder ging in seinem Referat auf Grundsätze im Tierschutz und auf die damit zusammenhängende Problematik ein. Er zählt beispielweise Gründe für eine Bejagung auf:
• Gewinnung eines wertvollen Lebensmittels
• Eindämmung von Seuchen wie die Afrikanischen Schweinepest
• Eindämmung von Schäden in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
• Verringerung von Verkehrsunfällen, die menschliches und tierisches Leid verursachen
• Schaffung gesunder Wildbestände in der Kulturlandschaft.
Er kritisiert die oft viel zu hohen Wilddichten, die zu mehr Wildunfällen oder krankheitsanfälligem Wild führen (Bsp Parasitendruck insbesondere an Fütterungen). In Bezug auf eine tierschutzgerechte Reduktion bei Rotwild stellt auch er ganz klar fest, dass es keine bessere Lösung gibt als der Abschuss in Gatter. Er begründet dies mit einer guten Auswahlmöglichkeit, dem genauen und sorgfältigen Anbringen des Schusses bei guten Lichtverhältnisse. Eventuell angeschossenes Wild kann unmittelbar von seinem Leiden erlöst werden. Familienstrukturen können berücksichtigt werden und verwaiste Kälber gibt es nicht. Bestätigt sieht er sich in der erfolgreichen Anwendung bei über 2000 Wildgehegen in Bayern und der jahrzehntelangen Praxis im Nationalpark Bayrischer Wald.

Tierschutzgerechte Lösung mit vielen Vorteilen
Der Vorarlberger Waldverein macht immer wieder darauf Aufmerksam, dass damit die viel zu hohen Rotwildbestände in einigen Gebieten in Vorarlberg effizient reduziert werden könnten. Der Einsatz sollte aber nicht nur in Bezug auf TBC-Seuchengebiete, sondern auch in Gebieten mit untragbaren Schäden am Wald aus zu hohen Wildbeständen angewendet werden können. Die Aussagen vom renommierten Wildbiologen Prof. DI Dr. Friedrich Reimoser zu Regulierungsgatter sind auch eindeutig positiv.

Vorteile für den Einsatz von Regulierungsgatter (aus Bericht Wildökologischen Raumplanung im Bundesland Salzburg von Dr. Susanne und Prof. DI Dr. Friedrich Reimoser, 2018):
• Kein jagdlich bedingter Dauerstress notwendig
• wesentlich weniger belastend für die verbleibende Wildpopulation
• positiv für das Wohlbefinden (weniger scheues Wild, weniger krankheitsanfällig, günstigere Wildverteilung und Raumnutzung)
• Weniger Wildschäden in der Waldvegetation, kein Abdrängen in problematische, schwierig bejagbare Schutzwaldbereiche
• Aufwand Jäger nimmt ab; muss nicht mehr über mehrere Monate psychisch belastet als „Schädlingsbekämpfer“ fungieren
• Schlechte Schüsse und Fehlabschüsse in schwierige Situationen wie Dämmerung oder auf bewegtes Wild können vermieden werden.

Diese Vorteile müssen auch innerhalb der Jägerschaft zu einem Umdenken führen. Nur weil ein „Regulierungsgatter“ im Tirol nicht besonders optimal eingesetzt wurde, darf nicht die eigentlich gute und effiziente Maßnahme generell abgelehnt werden.

Huntig4future Erklärung und Download
Auf der Plattform „huntig4future“ kann eine Erklärung unterzeichnen, in der eine waldfreundliche Jagd für eine klimafitte naturnahe Waldbewirtschaftung für die Zukunft gefordert wird. Huntig4future wird neben dem ökologischen Jagdverband auch von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, von vielen Forstbetrieben, Waldbesitzergemeinschaften in Deutschland aber auch von der PRO SILVA Austria unterstützt. Die Folien des Referates des Seminars „Effektiv jagen – und der Tierschutz jagt mit!“ können auch der Homepage der Plattform heruntergeladen werden.

Im Bild oben fernbedienbares Tor beim Regulierungsgatter im „Nationalpark Bayrischer Wald“.

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