„Stabile Buche für heimische Architektur!“

„Unser Wald im Klimawandel – neue Herausforderungen und starke Antworten“ war das Motto heurige Woche des Waldes 2019. Dazu passen die „Buchen-Architekturbeispiele“, die im Rahmen einer Fachexkursion der Klimaanpassungsmodellregion „Would2050“ vorgestellt wurden sehr gut. Wir brauchen eine stabile Waldbewirtschaftung, die wirtschaftlichen Vermarktungsmöglichkeit auch für die Mischbaumarten der Zukunft bietet.

Herausforderung Klimawandel

Wir befinden uns im Klimawandel! Mittel- bis langfristig wird eine heute noch nicht fassbare Umweltveränderung prognostiziert. Die Anfänge merken wir im Wald an den Arealverschiebungen verschiedener Baumarten und ganzer Waldgesellschaften bereits heute. Wir müssen vermehrt mit Witterungsextremen wie Windstürmen, sehr intensiven Niederschlagsereignissen, längeren Trockenphasen oder zunehmender Schädlingsdruck zurechtkommen. Besonders problematisch wirkt sich in einem Gebirgsland wie Vorarlberg die befürchtete Destabilisierung der Schutzwaldwirkung aus. Mit der ganz aktuellen Gefahr der Borkenkäfermassenvermehrung gibt einen Vorgeschmack auf die zukünftigen Herausforderungen in der Waldwirtschaft.

Was tun – welche Rezepte im Wald anwenden?

Mit einer möglichst großen Breite an Baumarten und Strukturen wird versucht Waldbestände zu begründen, zu pflegen und zu bewirtschaften, die mit dem klimabedingten Stress möglichst gut fertig werden. Mit dem vorhandenen und dem möglichen Baumartenspektrum können wir auf der Basis der traditionellen naturnahen Waldbewirtschaftung in Vorarlberg weiterarbeiten. Sogenannte „Gastbaumarten“ wie beispielweise die Douglasie werden unser heimischen Baumarten ergänzen. Die gesamte „Biodiversität“ (biologische Vielfalt) wird sich klimabedingt verändern. Unsere Wälder werden aber auch in Zukunft Lebensräume für viele, teils seltene Tier- und Pflanzenarten bieten.

… und die Buche

Die Baumartenzusammensetzung in unseren Wäldern ändert sich Richtung Laubholz. Insbesondere die Buche wird weiter zunehmen.

Das Buchenholz war über viele Jahre ein beliebtes Holz für die verschiedensten Möbel-, Innenausbau- oder Bodenanwendungen (Parkettboden). In den letzten Jahren ist das Buchenholz leider nicht mehr in Mode. Welches Potenzial in der Buche stecken zeigen neue Anwendungsbeispiele, wie das vorgezeigte Projekt bei der Firma Wagnertec in Nüziders. Mit einem sägerauhen Bandsägeschnitt können sehr attraktive und moderne Holzatmosphäre erzeugt werden. Innovative Tischer aus Vorarlberg verwenden hier die guten Buchenqualitäten aus dem Vorarlberger Wald. Auch in der konstruktiven Anwendung bieten sich, durch ausgezeichneten Tragfähigkeiten neue Verwendungsmöglichkeiten mit geringeren Querschnitten an (Leimbindertechnologien mit Buchenholz). Eine Belebung des Buchenabsatzmarkes ist für die Vorarlberger Forstwirtschaft schon heute aber insbesondere für die Zukunft sehr wichtig! Damit kann eine stabile naturnahe Mischwaldbewirtschaftung mit den notwendigen Einkünften auf einer guten wirtschaftlichen Basis durchgeführt werden. ul Accent

Buchenholz hat Potential in Holzanwendungen. Das ist wichtig für eine klimafitte wirtschaftliche Waldbewirtschaftung in der Zukunft (Bild Büro Wagnertec, Nüziders, Foto LK Vorarlberg).
Anlässlich der Woche des Waldes war Landesrat Christian Gantner bei einer Aufforstungsaktion mit Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Frastanz dabei. Wichtigste Botschaften dazu: Mit klimafitten Mischwäldern soll der Klimaänderung getrotzt werden und die Holzverwendung als Baustoff und Energieträger ist eine wichtige Klimaschutzmaßnahme, die wir noch stärker forcieren müssen.
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