Protest gegen Trophäen-Zurschaustellung

Auch heuer gab es aus Möggers wieder einen Protestaktion gegen die verpflichtende Hegeschau. Mit der praktizierten Durchführung wird nach wie vor eine nicht gewollte Trophäenausrichtung gefördert.

Ökojäger Reinhard Rädler aus Möggers hat zur gesetzlichen Vorlage die gefrorenen Häupter seiner erlegten Rehwildstücke der Bewertungskommission vorgelegt. Sonst werden die Schädel der Tiere in ausgekochtem Zustand vorgelegt und anschließend präsentiert. Bei Rehwild gibt es keine wildbiologische oder statistische Notwendigkeit für eine Vorlage. Eine zur Schaustellung der männlichen erlegten Stücke sagt bei Rehwild wenig über den wildökologischen Zustand im Revier bzw. der Wildregion aus.

Wildtierberichte
Eine öffentliche Begutachtung und Beurteilung der Jagdwirtschaft, wie dies in §50 des Vorarlberger Jagdgesetzes zur Hegeschau angeführt ist, würde bei den Wildarten Rot- und Gamswild durchaus Sinn machen. Mit einer Analyse der Populationsstruktur und der Geschlechterverhältnisse kann der wildbiologische und wildökologische Zustand besser beurteilt werden. Mit entsprechenden „Wildtierberichten“ könnte die Wildbewirtschaftung mit der Abschussplanung und eventuell notwendige Reduktionen auf eine neue professionelle Basis gestellt werden. Eine gesetzliche Vorlage mit anschließender zur Schaustellung von männlichen Trophäen braucht es dazu aber nicht. Es gibt keine öffentlichen Berichte zur Begutachtung der Jagdwirtschaft, mit denen notwendige Maßnahmen für das Revier bzw. die Wildregion abgeleitet werden könnten.
Die jagdgesetzlichen Vorgaben zur verpflichtenden Hegeschau mit der formulierten Bedachtnahme insbesondere auf die Einhaltung der Abschusspläne, die Eingetretenen Wildschäden, die durchgeführten Maßnahmen zur Verhütungen von Wildschäden oder zur Verbesserung der natürlichen Einstands- und Äsungsverhältnissen gehen, wenn diese überhaupt vermittelt werden, bei der Fokussierung auf der männlichen Trophäen völlig unter.
Der Vorarlberger Waldverein sieht durch die Protestaktion aus Möggers seine alte Petition aus dem Jahre 2014 bestätigt, in der die Abschaffung der verpflichtenden Hegeschau gefordert wurde.

Bild: Vorlage von gefrorenen Häuptern von erlegten Rehböcken. Es wird eine ökologische Ausrichtung der Jagdwirtschaft gefordert. Keinesfalls dürfen Trophäen maßgebende für eine zukünftige Jagdwirtschaft sein (Foto Reinhard Rädler).

Info: Naturjagd für Wild und Wald in Möggers

Aus Möggers kommt schon seit Jahren die Forderung nach gesunden und angepassten Wildbeständen in artenreichen Waldbiotopen. Wie bei einem Überbesatz von Kühen auf Weideflächen, schadet ein überhöhter Schalenwildbestand dem Wald und schlussendlich auch der Gesundheit des Wildes selber. Die Möggener Jäger und Waldbesitzer zeigen vor wie es gehen kann. Von einem angepassten Wildbestand profitieren Wald und Wild. Es gibt genügend Äsung und Deckung. Es braucht keine Fütterung. Die Wildtiere haben spezielle Anpassungsstrategien über den Winter zu kommen. Geschwächte und kranke Tiere fallen aus und stärken damit die gesamte Population in ihrer Gesundheit. Und der Wald kann sich mit allen Mischbaumarten verjüngen, bleibt stabil für alle verschiedenen Funktionen und bietet gleichzeitig einen gesunden Lebensraum für die Wildtiere

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