Pro Silva: Klima-Nutzwälder

Pro Silva Austria weist in seiner aktuellen Presseaussendung auf die Klimaschutzleistung bewirtschafteter Wälder hin. Neben der CO2 Speicherwirkung im Wald und im Produkt Holz ist die Substitutionswirkung für fossilen Rohstoffen außergewöhnlich hoch!

Unbestritten ist der Klimawandel die größte Herausforderung für den Wald und seine Bewirtschafter. Doch der Wald ist zugleich Patient und Problemlöser. Die CO2-Speicherung in Wäldern und Holzprodukten ist die bislang einzige realistische Form der gesteuerten CO2-Bindung. Wälder wirken als CO2-Senke

• durch den Waldspeicher (Waldflächenzunahme und Vorratsaufbau)
• den Produktspeicher (langlebige Holzprodukte binden CO2 über Jahrzehnte)
• die Substitution fossiler Rohstoffe.

5 x CO2 Substitutionswirkung der Waldspeicherleistung

Die jährliche Klimaschutzleistung bewirtschafteter Wälder ist beachtlich: nach einer jüngst in Deutschland für mitteleuropäische Verhältnisse erschienenen Studie zur CO2-Einsparung von einem Hektar bewirtschaftetem Wald entfallen 14,8 t auf den Waldspeicher, 2,4 t auf den Produktspeicher und 73,6 t auf Substitutionsleistungen. Die weitaus beste Klimaschutzwirkung lässt sich somit durch den Ersatz (Substitution) fossiler Rohstoffe und Energieträger erzielen. Um über 5 mal mehr wird der CO2-Speichereffekt des Waldes übertroffen! Holz und bewirtschaftete Wälder sind somit Hoffnungsträger in der Klimakrise. Außer Nutzungsstellungen in größerem Stil würden dieser effizienten und wichtigen Klimaschutzmaßnahme entgegen wirken und könnten unter Umständen auch Holzimporte aus nicht-nachhaltiger Produktion nach sich ziehen.

Wir brauchen daher Klima-Nutzwälder,

welche die vielfältigen Waldfunktionen sicherstellen. Die naturnahe Waldwirtschaft kann dies im Wege des integralen Waldmanagements bestmöglich erfüllen. Für extra gelieferte Ökosystemdienstleistungen braucht es faire Abgeltungen, wie sie in Deutschland in einzelnen Bundesländern in Vorbereitung sind. Das über Generationen in Österreich praktizierte integrale Waldmanagement verbindet Schutz und Nutzen des Waldes. Dies schließt auch den Schutz von Waldlebensräumen ein. Bewirtschaftete Wälder sind oft artenreicher als nicht-bewirtschaftete, zumal vielfach lichtliebende Arten gefördert werden.

Die CO2-Senkenfunktion des Waldes ist die eine Seite. Mit dem nachhaltigen daraus produzierten Rohstoff wird die CO2 Einsparung um ein Vielfaches verbessert (Bild Pro Silva)!

Heute: viel Totholz

Seit der vorindustriellen Zeit ist noch nie so viel Totholz im Wald verblieben wie derzeit. Das österreichische Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) veröffentlichte zuletzt die gemessenen durchschnittlichen Totholzvorräte in der Höhe 16-41 m3 je Hektar – dies bei einem durchschnittlichen Holzvorrat von knapp 300 Festmetern je Hektar (ohne Totholz) (2). Die noch vor einigen Jahre von Naturschutzorganisationen geforderten Totholzmengen werden heute bei weitem übertroffen. Dennoch können zusätzlich Biotopschutzwälder oder auch Naturwaldreservate – bei entsprechender Abgeltung im Wege des Vertragsnaturschutzes – auf Teilflächen für private Waldeigentümer eine interessante Alternative darstellen.
Eine zusätzliche Abgeltung der CO2-Speicherung im stehenden Holzvorrat von rund 20 €/fm könnten einen Anreiz für Vorratsaufbau und Waldumbau bieten. Die Wälder müssen zu höherer Resilienz und flexibler Zielausrichtung umgestaltet werden. Pro Silva liefert dazu Anregungen und Praxisaustausch.

Über Pro Silva Austria

Pro Silva Austria ist ein Verein zur Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung. Pro Silva sieht den Wald als ganzheitliches Ökosystem und propagiert einen respektvollen Umgang damit. Ziel ist es, den Wald als Kulturlandschaft zu erhalten und naturnahe Lebens- und Erholungsräume zu schaffen. Der Kärntner Dr. Eckart Senitza ist Vorstandsvorsitzender von Pro Silva Austria und seit 2017 auch Präsident von Pro Silva Europa, der europäischen Dachorganisation mit Mitgliedern in mehr als 30 europäischen Ländern und einer starken internationalen Vernetzung zum nachhaltigen Schutz des Waldes mit über 5.500 Praktikern, Wissenschaftlern und Waldeigentümern.

Weitere Informationen: Pro Silva Austria www.prosilvaaustria.at, Pro Silva Europa www.prosilva.org.

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