Waldsymposium Ludesch: Jagdliche Herausforderungen

Die Herausfoderungen auf Grund des Klimawandels sind sehr hoch. Auch in der Wald-Wild-Jagd Problematik nehmen die „alten“ Herausforderungen „dramatisch“ zu.

Am Waldsymposium des Vorarlberger Waldvereins am 12. November 2022 in Ludesch zeigte Dr. Ralf Petercord aus Nordrhein-Westfalen dramatische Bilder einer Waldveränderung aus seinem Bundesland in Deutschland. Wetterextremereignisse zusammen mit Borkenkäferkalamitäten zeigen große Schwierigkeiten im Walderhalt auf vielen Flächen. Entwaldungen mit großen Schwierigkeiten in der Wiederbewaldung sind die Folge. Das Ganze spielt sich noch auf Flächen ohne große Hangneigungen ab. Bei uns im Gebirge wären bei solchen nicht unwahrscheinlichen Ereignissen sofort die Schutzwalderfüllung in Frage gestellt und damit viele Straßen, Infrastrukturen und Siedlungen mit Muren im Sommer oder Lawinen im Winter bedroht. Es muss alles getan werden um unsere Wälder möglichst stabil und resilient zu halten. Dazu braucht es natürlich eine aktive Waldbewirtschaftung mit allen heimischen Baumarten, aber auch Gastbaumarten gehören dazu. In der Jagdbewirtschaftung müssen die „alten“ Themen forciert und mit noch mehr Lösungsorientierung angegangen werden. Zu Lebensraum angepassten Schalenwildbestände gibt es keine Alternativen. Jagdliche Traditionen dürfen keinesfalls neue Herangehensweisen verhindern. Faktenbasiert müssen neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Jagdpraxis einfließen. Positive Beispiele müsse hervorgehoben und jagdliche Bewirtschaftungskonzepte müssen konsequent gemeinsam mit Waldbesitzern, Jägern und Behörden umgesetzt werden.
Zwei Punkte aus dem Themenspektrum des Waldsymposiums herausgegriffen:
o Fütterung:
Die Fütterung ist zusätzlich noch durch den Klimawandel bei Rehwild definitiv nicht notwendig. Vielfach wirkt diese aufgrund der zu hohen Energiedichte sogar wildschadenauslösend und auch vielfach negativ auf die Gesundheit des Rehwildes aus (siehe Ausführungen Vortrag Prof Dr. Andreas König). Der Vorarlberger Waldverein setzt sich deshalb für ein Verbot der Rehwildfütterung ein, weil die bisherigen Aufklärungsmaßnahmen nur einen sehr eingeschränkten Erfolg bei vielen Jäger zeigte. Bisher wurde der Weggang von Rehwildfütterung auch von der offiziellen Jägerschaft nicht unterstützt, obwohl diese bereits 1988 im Regionalplanungskonzept von Prof. Friedrich Reimoser formuliert wurde.
o Hegeschau bzw. Trophäenschau:
Das „Trophäendenken“ wird zwar auch von offiziellen Jägerseite abgelehnt, aber gleichzeitig hält man mehr oder weniger argumentationslos an der verpflichtenden Hegeschau fest. Bei Rehwild gibt es sicherlich keine wildbiologische oder statistische Notwendigkeit für eine Vorlage, um die Jagdreviere wildbiologisch beurteilen zu können. Auch bei Rotwild würde es andere Möglichkeiten zur Populationsbeurteilung geben. Der Vorarlberger Waldverein hat bereits 2014 eine Petition im Vorarlberger Landtag eingebracht, zur Abschaffung der Verpflichtung der Vorlage und Präsentation von Trophäen bei Hegeschauen. Diese Änderung wird vom Waldverein jetzt wieder klar erhoben.

Hier können sie die Folien der Referate vom 12. November 2022 in Ludesch dowloaden: