Holzheizung: Keine Differenzierung bei „Dirty Hanno“

In der ORF Sendung „Dirty Hanno“ mit Hanno Settele am 14.03.2019 sollten die verschiedenen Umweltsünden im Alltag aufgedeckt werden. Das Thema Holzofen wird völlig undifferenziert angegangen und Holzofenbetreiber de facto als die größten Umweltsünder betrachtet.

Die ORF Dokumentation soll in einem „normalen“ Tag im Leben des Hanno Settele seine Umweltsünden aufzeigen, bei denen er im Glauben ist, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Das Thema Holzheizen wird anhand eines Heizkamins behandelt. Dabei stellt der Umweltmediziner Prof. Hans-Peter Hutter Holzöfen ein sehr negatives Zeugnis hinsichtlich Feinstaubbelastung, besonders auch in Innenräumen, aus und der ehemalige deutsche Wetteransager Jörg Kachelmann stellt Holzofenbetreiber de facto als die größten Umweltsünder dar.

Der Österreichischen Kachelofenverbandes hat jetzt sofort reagiert und nimmt zur Sendung wie folgt Stellung:

• Feinstaub stellt eine potentielle Gesundheitsgefahr dar. Jedoch zeigen alle Messdaten des Europäischen, des Österreichischen und des Deutschen Umweltbundesamtes, dass die Feinstaubemissionen in den letzten rund 15 Jahren in etwa um 30% zurückgegangen sind und das Problem daher geringer und nicht größer wird. Der Anteil der Holzheizungen an den Gesamtemission ist zudem nicht besonders hoch.

• Es ist weithin bekannt und wird im Beitrag auch erwähnt und auf anschauliche Weise dargestellt, dass Kerzen einen großen Beitrag zur Feinstaubbelastung in Innenräumen leisten. Trotzdem brennt eine sehr große Anzahl von Kerzen beim Kamingespräch zwischen Hanno Settele und Prof. Hutter. Dies lässt zumindest die Vermutung zu, dass diese verwendet wurden, um das gewünschte hohe Messergebnis zu erzielen.

• Hanno Settele zündet den Heizkamin nicht richtig an – von unten, er sollte dies von oben tun. Bei der Übergabe von handwerklich gesetzten Kachelöfen gibt es von den österreichischen Hafnern immer eine Instruktion zum richtigen Anzünden und Heizen.

• Selbstverständlich ist es wichtig, dass ausreichend Verbrennungsluft vorhanden ist. Hier müsste überprüft werden, ob dies im gegenständlichen Fall gewährleistet ist.

Insbesondere alte Holzanlagen haben tatsächlich sehr schlechte Werte Feinstaubemissionen. Eine Emissionsreduktion von über 90% ist mit dem Betrieb einer neuen Anlagen möglich. Seit 2011 gibt es in den Luftreinhalteverordnungen der Länder Emissionsgrenzwerte für alle Holzfeuerungen für das Inverkehrbringen und den Betrieb. Der Austausch der von alten Holzfeuerungen sollte sehr forciert werden (oft ein soziales Problem). Aber auch bei neuen Zimmeröfen gibt es große Qualitätsunterschiede und muss auf die Einhaltung der Grenzwerte geachtet werden.

Positive Argumente über den Kachelofen vom österreichischen Hafner:

• verbrennungsoptimiert mit dem österreichischen Umweltzeichen.

• Emissionswerte der österreichischen Kachelöfen in den letzten 20 Jahren um 85 % reduziert worden

• neuer UmweltPlus Brennraum unterschreitet die strengen Emissionsgrenzwerte sogar!

• Beratung, Aufklärung und Forcierung von richtigem Nutzerverhalten und Ofenwartung

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