„Holz von Hier“ -Label in Vorarlberg gestartet

Heimisches Holz in öffentlichen Ausschreibungen. In der Holzwirtschaft könnte in Zukunft Regionalität eine größere Rolle spielen. Hierzu wurde in Vorarlberg das Label „Holz von Hier“ eingeführt. Es kann rechtskonform in öffentlichen Ausschreibungen verwendet werden. Die Gemeinde Lochau hat dies kürzlich erstmals umgesetzt. Eine regionale Kontaktstelle für „Holz von Hier“ wurde eingerichtet und einige Betriebe beteiligen sich bereits an der Umsetzung.

Wer mit Holz baut, leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Umwelt, denn in Holz wird CO2 gespeichert. Die Betriebe der Vorarlberger Holzwertschöpfungskette setzen sich zunehmend damit auseinander, wie der CO2-Ausstoß weiter reduziert werden kann. Durch kurze Transportwege werden Emissionen vermieden. Die Vorteile zu Gunsten des Klimaschutzes können somit weiter verbessert werden, sind sich die Vorarlberger Holzbetriebe einig.
Als wichtiges Umsetzungsinstrumentarium wurde jetzt das Gütesiegel „Holz von Hier“ – ein Label für klimafreundliche Holzbeschaffung – in Vorarlberg eingeführt. Die Betriebe können mit der Zertifizierung den Materialfluss in der Verarbeitungskette Holz vom Wald bis zum fertigen Produkt dokumentieren. Der Waldbesitzer selber wird dabei nicht Mitglied im Zertifizierungsnetzwerk. Im Rahmen des EU-Projekt CaSCo, an dem die Regionalentwicklung Vorarlberg beteiligt ist, wird die Einführung und Anwendung des Gütesiegels unterstützt.


Erste Ausschreibung mit „Holz von Hier“

Das Label „Holz von Hier“ kann rechtskonform in öffentlichen Ausschreibungen verlangt werden. Dies bestätigt die Abteilung Vergabemanagement im Vorarlberger Umweltverband in einer vergaberechtlichen Einschätzung. Das Gütesiegel wurde in die Version 2019 des Kriterienkatalogs für den Kommunalgebäudeausweis (KGA) und als Zuschlagskriterium in die Ausschreibungsunterlagen des Umweltverbands aufgenommen. Gemeinden und andere Gebietskörperschaften können jetzt somit erstmals explizit und rechtlich abgesichert die Verwendung von Holz der kurzen Wege bei ihren Bauvorhaben verlangen.
Für den Neubau ihres Strandbads hat die Gemeinde Lochau „Holz von Hier“ in die Ausschreibung auf-genommen. Für dieses Projekt ist damit garantiert, dass entsprechende Mengen regionales Holz verbaut werden. Im „Holz-von-Hier“-Netzwerk stehen in Vorarlberg bereits einige „Holz von Hier“ Anbieter zur Verfügung. Weiter Holzbetriebe sind eingeladen im Netzwerk mit zu machen.

Beim neuen Bildungscampus in Bludesch wurde viel regionales Holz verbaut. Das neue Gütesiegel „Holz von hier“ ermöglicht jetzt eine einfache und rechtsichere Ausschreibung für regionale Holz.


Berücksichtigung in Wohnbauförderrichtlinie

Sehr erfreulich sind die Ankündigungen, dass in der kommenden Wohnbauförderungsrichtlinie sowohl Holz im Allgemeinen, als auch im speziellen regionales „Holz von hier“ einen höheren Stellenwert bekommen sollen Dies soll sowohl für den privaten Wohnbau (Neubau), den öffentlichen Wohnbau als auch auf die Wohnhaussanierung zutreffen.


Regionale Kontaktstelle eingerichtet

Um den Betrieben und öffentlichen Stellen die Anwendung des Labels möglichst einfach zugänglich zu machen, wurde eine regionale Kontaktstelle eingerichtet, die vom unabhängigen Ingenieurbüro DI Erich Reiner in Bezau betreut wird. Die Initiative ist gemeinnützig orientiert. Die moderaten Solidarbei-träge der beteiligten Unternehmen ermöglichen die Basisorganisation des CO2-Labels. Nur wenige Wochen nach Start der Einführung bieten bereits mehr als 20 Betriebe in Österreich mit „Holz von Hier“ gekennzeichnete Produkte an, darunter auch große Betriebe wie Mayr-Melnhof-Reuthe oder der Holzhandel Tschabrun.
Infos:
Die Landesregierung unterstützt die Bemühungen für mehr Regionalität. Anders als andere Gütesiegel orientiert sich „Holz von Hier“ nicht an Staats- oder Landesgrenzen, sondern berücksichtigt die Transportentfernungen entlang der gesamten Bearbeitungskette. Damit steht eine CO2-arme Beschaffung im Vordergrund ohne der Gefahr einer rechtlichen Diskriminierung von Betrieben in grenznahmen Regionen.
Das CaSCo-Projekt wird in Vorarlberg von der Regionalentwicklung Vorarlberg eGen mit Unterstüt-zung durch die Forstabteilung des Landes, den Waldverband Vorarlberg, den Verein Vorarlbergholz, den Holzexperten Erich Reiner und den Umweltverband umgesetzt. Das EU-Alpenraumprojekt läuft noch bis April 2020.
Informationen zu „Holz von Hier“ und Übersicht der Betriebe, die damit gekennzeichnete Produkte anbieten bekommen sie hier. Informationen zum CaSCo-Projekt: Link .

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