COVID-19: Borkenkäfer und Nasslager

Um einer Borkenkäfermassenvermehrung vorzubeugen, muss jetzt das Schadholz aufgearbeitet und aus dem Wald abgeführt werden. Als Aufarbeitungsalternative steht auch die Bearbeitung im Wald mit einer im letzten Jahr stark erhöhten Förderung zur Verfügung. Um nicht ein massives Borkenkäferproblem im Sommer zu haben, dürfen wir der ersten Käfergeneration möglichst wenige Brutmöglichkeit bieten (Stand 21.04.2020)

Bild: Ab jetzt besteht zur Pufferung für die Abfuhrnotwendigkeit aus dem Wald ein Nasslager zur Verfügung.

Vorbeugung mit Nasslager
Der ohnehin schon nicht gute Rundholzmarkt kommt mit der COVID 19 Krise völlig zum Erliegen. Jetzt geht es darum eine stärkere Borkenkäfervermehrung hinten anzuhalten und der ersten Käfergeneration möglichst wenig Brutmöglichkeit zu bieten. Vom Schadholz aus den Stürmen von Anfang Jahr ist schon einiges aufgearbeitet worden, in höheren Lagen beginnt aber erst die Aufarbeitungsarbeit und einiges Rundholz wartet in den Wäldern auf die Abfuhr. Vorhandene Vermarktungskanäle beim Starkholz können derzeit noch über den Waldverband genutzt werden. Beim Schwachholz sind die Preise extrem gefallen und eine Abfuhr kann nicht mehr gewährleistet werden. Jetzt geht auf dem Firmengelände Degerdon in Bludesch ein Nasslager in Betrieb, mit dem eine Lagerpufferung mit bis zu 10.000 Festmeter Rundholz geschaffen wird. Das Lager steht allen Waldbesitzern zur Verfügung. Die Organisation erfolgt über der Vorarlberger Waldverband.
Wichtige Infopunkte zur Nasslagerung:

  • die Errichtung und der Transport/Manipulation zum Lager wird gefördert. Es bleiben bei einer Lagerungszeit von einem Jahr etwa Kosten von etwa 5.- Euro pro Festmeter.
  • für jede Partie erfolgt bei Einlagerung die Volumsmessung und die Qualitätsbeurteilung (Längen Schwachholz und Starkholz 5 Meter mit 20 cm Übermaß). Dies kann durch den Waldverband selber, aber auch durch den jeweiligen Landeswaldaufseher in Absprache mit Ing. Edgar Häfele vom Waldverband erfolgen.
  • bei der Nasslagerung wird ein Borkenkäferbefall komplett verhindert. Ein eventuell vorhandener Befall wird abgetötet. Die Qualität des Rundholzes wird erhalten.
  • es sollen möglichts nur bessere Qualitäten eingelagert werden (finanziell besser: schlechtere Qualitäten bruttechnisch behandelt im Walde mit Förderung liegen lassen).
  • Service: die gesamte Organisation von der Einlagerung, über die Förderungsabwicklung bis zum Verkauf erfolgt über den Waldverband Vorarlberg. Der Transport wird zwischenfinanziert und mit den gewährten Förderungen gegenverrechnet. Für den Verkauf kann allerdings keine Preisgarantie abgegeben werden.
  • Chance auf bessere Preise in der Wintersaison 2020/2021 sind gegeben

Weitere Lagermöglichkeiten und Strafen
Eine Trockenlagerungsmöglichkeit für einen kürzeren Zeitraum wird im Raum Dornbirn in Betrieb genommen. Im Oberland kann eine Trocknungslagermöglichkeit beim Landesforstgarten genutzt werden. Für den Bregenzerwald wird ein Nass- und/oder Trockenlagerungsmöglickeit zusammen mit der Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft Bregenz gesucht. Für Rückmeldungen sind wir sehr dankbar.
Die Durchführung der Forstschutzmaßnahmen ist für alle Waldbesitzer per Forstgesetz verpflichtend. Wenn Fichtenholz im Walde unbearbeitet liegen gelassen wird oder an der Waldstraße nicht abgeführt wird, ist mit behördlichen Strafen zu rechnen. Wenn gar nichts anderes geht, ist eine Behandlung mit zugelassenen Spritzmitteln als letzte Maßnahme möglich.

Am effektivsten kann die drohende Borkenkäferkalamität mit dem Bekämpfen in der ersten Generation begegnet werden.

Kontakt und Infos: Weitere Auskünfte zur Schadholzaufarbeitung und zur Förderung bekommen Sie beim zuständigen Waldaufseher in ihrer Region. Zur Nasslagerung und Holzvermarktung bekommen Sie Auskünfte beim Vorarlberger Waldverband (Ing. Edgar Häfele, 0664/60 259 19 461, edgar.haefele@lk-vbg.at). Das aktuellen Borkenkäfermonitoring können sie im Internet unter borkenkaefer.at aufrufen.

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