2018

Mission ZeroV

Mission ZeroV - Erste klimaneutrale Landesverwaltung

In der Sitzung des Vorarlberger Landtages vom 13.12.2018 wurde unter dem Titel „Mission ZeroV“ die Umsetzung einer klimaneutralen Verwaltung von allen Parteien einstimmig beschlossen. In der richtungsweisenden Entscheidung wird die Landeverwaltung mit den Landesgebäuden und dem Fahrzeugpool bereits ab 2019 klimaneutral organisiert. Es wurden bereits einige Anstrengungen unternommen, Verbesserung zu erreichen. Die derzeitigen CO2 Emissionen der Landesverwaltung werden mit einer anerkannten Klima-Abgabe ausgeglichen, die wiederum regionalen Energieprojekten zu Gute kommt. Bis 2040 soll im eigenen Wirkungsbereich der Energiebedarf der Landesgebäude und des Fahrzeugpools höchstmöglich reduziert werden und der Rest durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Dazu gehört auch die Dachflächen mit Photovoltaikanlagen auszurüsten und den Strombedarf 100% aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Pionier und Vorbild

Der einstimmige Beschluss hat absoluten Pioniercharakter und bringt eine „Mission Zero“-Vorbildwirkung für andere Länder in Österreich, aber auch darüber hinaus. Schlussendlich sind aber auch alle Unternehmen und wir alle aufgefordert unseren Beitrag zu leisten.

Zum Download ist die Petition der Arge Erneuerbare Energie beigelegt, die auch vom Vorarlberger Waldverein unterstützt wird. Darin ist auch eine persönliche „Klimacentvereinbarung“, mit der man freiwillig für die eigenen verursachten CO2 Emissionen einen „Klimacent“ leisten kann.

 

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Klimaneutrale Energie mit Wohlfühleffekt

Von der Klimakonferenz in Katowice in Polen hören wir derzeit von den immer noch steigenden CO2 Emissionen, die schlecht für unser Klima sind. Es braucht weltweite Gegenstrategien. Wir können aber auch bei uns sozusagen „im Kleinen“ etwas dagegen tun und gleichzeitig einen Wohlfühleffekt genießen!

Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, wie ein Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufnimmt. Heizen mit Holz ist CO2-neutral und mit dem Ersetzten von fossilen Brennstoffen ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Ein gutes Beispiel wie klimaneutrales Heizen mit Holz funktionieren kann, ist der Speicherofen bei der Familie Bohle in Dornbirn. Der Speicherofen hat eine Leistung von 4,1 KW (Füllmenge 7,5 – 15 kg Holz) und eine Speicherdauer von bis zu 24 Stunden. Dieser wurde nach den neuesten Richtlinien des österreichischen Kachelofenverbandes berechnet. Durch die Anpassung an die vorhandene Situation (Seehöhe, Zuluft, Rauchfang, Wärmebedarf) kann ein sehr guter Wirkungsgrad und eine optimale Verbrennung garantiert werden. Nicht nur am Prüfstand, sondern auch in der Praxis werden damit höchste Umweltstandards bei den Emissionswerten erreicht. Das schlechte Image von Holzheizungen bezüglich hohen Staubemissionswerten gilt heute nicht mehr. Neue Anlagen halten die heute niedrigen Grenzwerte selbstverständlich mit verbesserten Technologien ein. Alte Anlagen, die die Grenzwerte nicht erfüllen können, dürfen heute nicht mehr betrieben werden.

Kundenvorteil Wohlfühleffekt - Wärme geht unter die Haut

Beim „Holzheizen“ tun wir nicht nur etwas „Gutes“ für den Klimaschutz, sondern auch für uns selber. Die Wärme eines Kachelofens ist nicht nur behaglich, sie ist auch nach medizinischen Studien auch nachweislich gesund. Die Holz-Speicheröfen erzeugen ein reizarmes, angenehm temperiertes Raumklima. Der Grund: Sie verfügen über eine hohe Speicherfähigkeit und geben die erzeugte Wärme über Stunden hinweg als sanfte Strahlungswärme gleichmäßig in den Raum ab. Die Strahlung trifft – wie natürliche Sonnenwärme – auf die Oberflächen von Wänden und festen Gegenständen im Raum und erwärmt diese. Dabei wird die Raumluft weder ausgetrocknet noch überhitzt. Auch werden keine Staubpartikel aufgewirbelt. Kachelofen-Strahlungswärme besteht aus langwelliger Infrarotstrahlung. Sie geht im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“. Die Wärme wirkt tief, entspannt die Muskulatur und wirkt wohltuend auf den ganzen Körper. Der Mensch fühlt sich einfach besser.

Ofenholz -Lieferservice

Dabei muss das CO2 neutrale Holzheizen nicht unbedingt viel „Arbeit“ machen. Die ca. 50 Vorarlberger Ofenholzlieferanten bieten Qualität und einen Lieferkomfort für allen Brennholzsortimente an (Hart- oder Weichholz, gespalten in verschiedene Längen, Wassergehalt unter 20%). Die Liste mit den Lieferanten und den geltenden Marktpreisen kann auf den Homepagen https://www.waldverband.at/service/ofenholz/lieferanten/ oder auf https://vbg.lko.at/forst-holz+2500++1200367 unter Forst&Holz abfragt. Weiter Produzenten sind eingeladen bei der Ofenholzintiative mitzumachen (Richtlinien Kosten und weiter Infos unter peter.nenning@lk-vbg.at). Holz haben wir im Übrigen mehr als genug: Es wächst wesentlich mehr nach als genutzt wird. In Vorarlberg liegt das nachhaltige Energieholzausbaupotenzial bei fast dem doppelten des derzeitigen Einsatzes in den Holzheizwerken.

Preisschere wird wieder ein Vorteil!

Das Heizen mit klimaschädlichen Heizöl ist im letzten Jahr um beachtliche 30% teurer geworden (Okt 2017 bis Okt 2018, Index Ofenheizöl, 3.000 Liter, Amt der Vorarlberger Landesregierung). Jene die mit klimaneutralem Holz heizen, können sich freuen, ihr Brennstoff ist in den letzten Jahren preislich faktisch gleichgeblieben. Im direkten Energiekostenvergleich liegt Heizöl derzeit bei etwa 9.- Cent und Stückholz bei 5.- Cent pro Kilowattstunde.

Bild Gruppe: CO2 neutrale Wohlfühlwärme mit einem Holzspeicherofen bei Familie Bohle in Dornbirn. Im Bild Ofenholzlieferant Bernhard Ilg, Thomas Ölz, Bereich Forst&Umwelt, Sandra Bohle und Ofenbauer Bertram Müller.

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Ländle-Christbaum für SOS-Jugendwohnen in Dornbirn und Bregenz

Die Ministerin Elisabeth Köstinger sponsert für SOS Einrichtungen Christäume in ganz Österreich. Der Vorarlberger Produzent Anton Winsauer (rechts im Bild) lieferte den „Ländle Christbaumes“ an das Jugendwohnen-Projekt in Dornbirn. Gerd Konklewski, der Leiter des SOS Kinderdorfes in Vorarlberg und Sabine Moosbrugger, die Leiterin des Projektes Jungendwohnen, nahmen den Ländle Baum freudig entgegen.

Die Vorarlberger Produzenten machen bei dem karitativen Auftrag der Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus gerne mit. Frische und heimische Christbäume gibt es mit garantierter Vorarlberger Herkunft nur bei den über 30 Ländle-Christbaumproduzenten (Produzentenführer unter laendle.at/christbaum oder unter weihnachtsbaum.at). (Bildquelle Lk Vorarlberg, 11.12.2018)

Link http://www.waldverein.at/news-anzeigen/219.html

 

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Oh Tannenbaum in Egg

Wie schon in den vergangenen Jahren unterstützen die Schülerinnen und Schüler des BORG Egg auch in diesem Jahr wieder die Christbaumaktion von Waldaufseher Rafael Fetz, dem Umweltausschuss und der Pfarre Egg. Am Samstag, 15. Dezember können im Egger Ortsteil Elias Brügel von 13.30 bis 16 Uhr Christbäume unter dem Motto „Christbom ussuacho, sealb fällo, mitnia“ direkt aus dem Wald geholt werden.

Link: http://www.bregenzerwald-news.at/?p=38280

Einladung zum download

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Ländle Christbaum

Achtung: Nur mit dem LändleChristbaumstern wird eine Vorarlberger Herkunft garantiert!

In beigelegter Liste finden Sie die Ländle Produzenten!

Beigelegt ist auch die Presseunterlage vom 4.12.2018 und Tipps zum Christbaum!

 

Im Bild Martin Wagner vom Ländle Marketing, Anton Winsauer, Ländle Christbaumproduzent und Thomas Ölz, Fachbereichsleiter Forst&Umwelt bei der Landwirtschaftskammer.

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PEFC Award an Vorarlberger Waldverein


Im Rahmen der österreichischen Holzgespräche, die im November in Graz stattgefunden haben, wurde dem Vorarlberger Waldverein für den besonderen Einsatz zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung der PEFC Award 2018 verliehen.
Wir freuen uns, mit dem Vorarlberger Waldverein so großartigen und innovativen PEFC-Botschafter an der Seite zu haben. Wir bedanken uns mit dem PEFC Award und gratulieren ganz herzlich“, so der Obmann von PEFC Austria DI Dr. Kurt Ramskogler bei der Verleihung in Graz.
Der Vorarlberger Waldverein engagiert sich mit seinem Team seit Jahrzehnten für eine positive Waldgesinnung und eine nachhaltige naturnahe Waldbewirtschaftung. Eine aktive und klimafitte Waldbewirtschaftung, Bewusstsein und Achtsamkeit im Wald und die Verwendung von Produkten aus dieser Bewirtschaftung werden in der Öffentlichkeitsarbeit vorbildlich vermittelt. Der Verein ist Mitglied in der ARGE Alpenländischer Forstvereine und eine anerkannte Naturschutzorganisation in Vorarlberg.

Foto: PEFC Award an den Waldverein Vorarlberg: DI Gerhard Pichler, Geschäftsführer PEFC Austria, DI Joachim Erhart, Obmann-Stellvertreter Waldverein Vorarlberg, Erich Enenkel, Landes-Waldaufseher Vbg., Rudolf Maximilian Rosenstatter, Vorsitzender FHP, DI Dr. Kurt Ramskogler, Obmann PEFC Austria, Mag. Walter Amann, Obmann Waldverein Vorarlberg, Förster Matthias Bereuter, Landes-Waldaufseher Vbg. (Foto Copyright: FHP/Peter Melbinger).

 

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Jetzt Christbaum auswählen

Bei vielen Vorarlberger Ländle Christbaumproduzenten können sie schon jetzt ihren Christbaum in der Kultur auswählen und dann kurz vor Weihnachten abholen. Es sind schon viele markiert worden. Es stehen aber noch viele zur Auswahl. Nutzen Sie diese besondere Möglichkeit. Sie bekommen einen Christbaum nach ihrem Geschmack und unterstützen den Land- und Forstwirt vor Ort. Außerdem sind keine umweltbelastende Transporte notwendig!

Bei vielen Anbieter können Sie auch Schmuckreisig für den Adventkranz oder andere Dekorationen beziehen.

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Wald Wild Wein

Die Waldvereins Ortsgruppe und die Hegegemeinschaft Hinterer Bregenzerwald luden vergangene Woche zu einer gemeinsamen Tagung ein. Es wurde informiert, diskutiert und zum Ausgleich und Festigung der Partnerschaft auch guter Wein getrunken.

Wichtige Weißtanne 

Der Forstingenieur Ueli Strauss aus St. Gallen referierte über die forstfachlichen Zusammenhänge und Dynamiken in der Waldentwicklung. Er betonte die Wichtigkeit der Erhaltung und Förderung unserer Bergmischwälder für eine langfristige Sicherstellung Waldwirkungen insbesondere natürlich der der Schutzfunktion. Hier betonte Strauss die Weißtanne, die eine höhere Toleranz gegenüber der in Gang befindlichen Klimaänderung hat. Für eine aktive Waldbewirtschaftung brauchen wir angepasste Wildbestände. So muss die Schattbaumart Weißtanne vorverjüngt werden können, sonst kommt es bei einer Auflichtung zu einer unerwünschten Verunkrautung (zB mit Brombeere), die ein Aufkommen der Waldverjüngung stark erschwert.

Abschussstruktur berücksichtigen


Der zweite Referent Dr. Hubert Zeiler wies, wie bereits beim Raggaler Grundbesitzertag im Frühjahr, auf die Wichtigkeit der Berücksichtigung der Abschussstruktur zwischen Hirschen und Kahlwild hin. Wenn nicht mindestens ein Verhältnis von 20:40:40 (Hirsche:Tieren:Kälber) berücksichtigt wird, „schießen“ wir die Bestände, wie in den vergangenen Jahrzehnten fast in ganz Europa, weiter nach oben. In der Anpassung der Wildbestände an den Lebensraum, im Schutz der Wildlebensräume und in einer aktiven Waldbewirtschaftung wurden wichtige Erfolgsfaktoren für Wild und Wald in der Zukunft gesehen.

Waldboden


Am Samstagnachmittag setzte die Tagung mit einer Waldexkursion in Schoppernau fort, wobei vor allem die Bedeutung des Bodens für Fauna und Flora der Wälder in den Vordergrund gerückt wurde. Die Teilnehmenden bekamen dabei einiges an interessantem Wissen von Dr. DI Walter Fitz, DI Hubert Schatz und DI Peter Feuersinger zu sehen und zu hören. Darüber hinaus konnten sich die Exkursionsbesucher zusätzlich dem entscheidenden Einfluss des Bodens durch riechen und schmecken bei der anschließenden Weinverköstigung mit Bodenvergleich bewusst werden.

Bild: Für die Verbesserung der Wald-Wild- Situation gab es letzte Woche eine sehr gut besuchte Fachtagung im Hinteren Bregenzerwald.

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Sollen Wildtiere gefüttert werden?

Im Gegensatz zu Haustieren oder Nutztiere müssen Wildtiere nicht gefüttert werden. Sie haben verschiedene Überlebensstrategien. Im Nachbarkanton St. Gallen wird Rotwild nicht gefüttert. Am Vorarlberger Waldtag Mitte Oktober des Vorarlberger Waldvereins wurde das Konzept aus St. Gallen in der Inatura in Dornbirn vorgestellt und über Zukunftsstrategien für Vorarlberg diskutiert.
Im letzten Winter gab es aufgebauschte Medienberichterstattung über die Tragik von zwei verhungerten Hirschen im Kleinen Walsertal. In der damals medial emotional geführten Diskussion wurden wildökologische Grundlagen und Erkenntnisse völlig außer Acht gelassen. In unserem Nachbarland St. Gallen werden Rothirsche grundsätzlich nicht gefüttert. Silvan Eugster vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei im Kanton stellte das neue Konzept aus St. Gallen vor: Im Gegensatz zu Haustieren brauchen Wildtiere kein Futter vom Menschen. Sie haben verschiedene Überlebensstrategien entwickelt und sind für den Nahrungsengpass und tiefe Temperaturen im Winter gut vorbereitet. Die Fortbewegung und Raumnutzung im Winter werden massiv reduziert, ebenso Stoffwechsel, Körpertemperatur, der Puls und die Verdauung. Damit reduziert sich der Energie- und Nahrungsbedarf um ein Vielfaches. Voraussetzung ist, dass übermäßige Störungen ausbleiben und die Wildtiere ihren Energiesparmodus umsetzen können. In der Schweiz sind dazu Wildruhezonen ausgeschieden, die sehr konsequent und mit relativ hohen Strafen von Wildhut, Forstdienst und Bergbahnen gemeinsam kontrolliert werden (Bußgeld in der Höhe von 500.- bis 1.000.- Franken).
Natürliche Winterauslese gut für den Wildbestand
Trotz diesen Energiesparmaßnahmen fordert der Winter je nach Härte und Kondition der Wildtiere alljährlich Opfer. Das ist aus menschlicher Sichtweise „erbarmungslos“, aber in der Natur gehört es dazu und fördert den Gesundheitszustand eines Wildbestandes. Je schwächer die Kondition der Tiere ist, umso höher wird die Fallwildrate in strengen Wintern ausfallen.
Hauptfaktor mit oder ohne Fütterung ist ein dem Lebensraum angepasster Wildbestand. Dieser kann sich auch ohne Fütterung stark erhöhen. In St. Gallen versucht man mit einer konsequenten Abschussverteilung auf die weiblichen Stücke die Situation in den Griff zu bekommen (nur 15 Prozent männliche Stücke).
Klarer Vorteil des Nichtfütterns ist nach Silvan Eugster, dass sich das Wild sich besser auf geeignete Wintereinstandsgebiete verteilt und hohe Konzentrationen auf kleinstem Raum ausbleiben. Der Stress unter den Wildtieren ist gering und die Seuchengefahr sinkt.
Nachteil des Konzeptes ist, dass die Wildbestanderfassung deutlich schwieriger wird. Die Dunkelziffern sind noch größer. Je nach Schneelage verändern sich auch die Orte des Wildeinstandes. Silvan Eugster zeigte dazu Bilder von großen Rotwildrudeln, die bei hoher Schneelage bis ins Rheintal herunterziehen. Dies kommt zwar selten vor, kann dann aber zu Konflikten mit der Freizeitnutzung und der Landwirtschaft führen. Der Druck der Öffentlichkeit nimmt bei Fallwildausfällen zu. Hier ist es wichtig entsprechend sachlich zu informieren und einen guten Kontakt zu den Reportern der regionalen Medien zu pflegen. Fallwild gibt es in langen, kalten und schneereichen Wintern mit und ohne Fütterung. Silvan Eugster zeigte sich vom Nichtfüttern in St. Gallen mit den Vor- und Nachteilen überzeugt. Erfreulich war auch die Aussage, dass die wichtige Mischbaumart Weißtanne sozusagen als Zeiger für angepasste Wildbestände in den St. Gallern Wälder gut aufkommt.
Auf Vorarlberg übertragbar?
Der Wildbiologe Hubert Schatz wies bei der möglichen Übertragung auf Vorarlberg auf die unterschiedliche Ausgangssituation hin. In Vorarlberg gibt es eine wildökologische Raumplanung für das Rotwild mit Kern-Rand- und Freizonen. Und mit der Fütterung erfolgt die Lenkung in die Kernzonen, wo der Aufenthalt des Rotwildes gewünscht ist. Bei einer Nichtfütterung würde das Wild automatisch auch in attraktive Winterlebensräume ausweichen, die nicht unbedingt im vorgesehenen Kerngebiet liegen. Große Rotwildrudel im Rheintal wären bei uns derzeit völlig unvorstellbar. Der zweite Punkt der in der Schweiz besser geregelt und umgesetzt ist die Ausscheidung und Überwachung von Wildruhezonen.
Wildstandsanpassung an Lebensraum
Für Obmann Walter Amann ist die wichtigste Forderung, dass dem Lebensraum angepasste Schalenwildbestände auf der Fläche erreicht werden. Dann kann er mit oder ohne Fütterung bei Rotwild leben. Alwin Muxel von der Jagdgenossenschaft Hittisau kann sich eine Nichtfütterung von Rotwild im Randbereich von Kerngebieten durchaus vorstellen, wenn entsprechende Überwinterungsgebiete vorhanden sind. Er zeigte auch die Problematik der stark angestiegenen und viel zu hohen Fütterungskosten und deren gerechten Verteilung auf die Reviere auf. Hier muss in der Region auch Platz für individuelle Lösungen sein.
Rehwild braucht keine Fütterung
Am Rande wurde auch über die Rehwildfütterung gesprochen. Hier gibt es ganz klar weder aus wildbiologischer Sicht noch aus Sicht der Wildschadensverhinderung eine Notwendigkeit der Fütterung. Hier sollte dringend mit einer Aufklärungskampagne bei den Jägern eine Abnahme der unnötigen Fütterung erreicht werden. Auch die Grundbesitzer können in den Jagdpachtverträgen entsprechende Zielvorgaben umsetzten.

Hinweis Kurs: Wie funktioniert eine Rehwildjagd ohne Fütterung?
Termin: 16.11.2018, 13:00 bis 16:30, Begehung im Raum Walgau, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben, Kursbeitrag Euro 12.-; Anmeldung über das LFI Vorarlberg, T 05574/400-191, E lfi@lk-vbg.at oder I www. vbg.lfi.at

Bild: Aus menschlicher Sichtweise ist die Natur „brutal“. Geschwächte Tiere fallen im Winter aus. Das ist gut so und stärkt den Gesundheitszustand des gesamten Bestandes.

 

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Motorsägen Oldtimertreffen

Letzte Woche ging im Rahmen des Dornbirner Herbstes das erste Vorarlberger Motorsägentreffen über die Bühne. Die Organisatoren vom Fachbereich Forst & Umwelt von der Landwirtschaftskammer freuten sich über die insgesamt 48 Oldtimersägen, die mitgebracht und vorgestellt wurden.
Motorsäge – Symbol der Waldarbeit
Die Motorsäge ist wie kein anderes Werkzeug zum Symbol der Waldarbeit geworden. Im letzten Jahrhundert wurden mit der Entwicklung von kleineren Verbrennungsmotoren auch die ersten Motorsägen gebaut, die die schwere Arbeit im Wald erleichterten. Heute sind Motorsägen Hightech Geräte die viele Sicherheits- und Umweltkriterien erfüllen müssen. Mit dem „Treffen“ wurde die Freude an einer aktiven Waldpflege und -bewirtschaftung in den Mittelpunkt gestellt. Natürlich sind auch die Freaks der alten Technik auf den Dornbirner Marktplatz gekommen.
Klassiker und Raritäten
Eine Vielzahl von Klassikern von den Firmen Stihl, Dolmar und Husquarna aber auch absolute Raritäten wie Mc Culloch, R. Prinz, Remington oder Schefenacker wurden mitgebracht. Die ältesten Sägen waren Zweimannsägen von Anfang 1940. Auch die Funktionstüchtigkeit wurde bei Holzschnitten geprüft und bewertet. Hier gewann ein Forstarbeiter der Agrargemeinschaft Nenzing mit einer Schefenacker Motorsäge aus dem Jahre 1958. Von Jury und Publikum wurde die Zweimannsäge von Reinhold Hehle aus dem Jahre 1940 ausgezeichnet. Neben drei Stihlmotorsägen und einigen Inside Dornbirn Gutscheinen stand auch ein „Motorsägenführerschein“, gesponsert von „Sicheres Vorarlberg“ als Preis zur Verfügung. Josef Böhler von der Firma Forsttechnik in Schwarzach zeigte im Gegensatz dazu die neusten Geräte. Hat eine Stihlmotorsäge in den 60er Jahren noch dreizehn Kilogramm gewogen, wiegt heute eine neue Forstprofisäge um die fünf Kilogramm.

Bild: Von Klassiker bis zu absoluten Raritäten wurden beim ersten Vorarlberger Motorsägentreffen mitgebracht.

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Staatspreis für beispielhafte Waldbewirtschaftung

Letzte Woche hat Johann Küng für die Agrar Frassenwald den Staatspreis für beispielhafte Waldbewirtschaftung entgegen nehmen dürfen. Die Schutzwalbewirtschaftung wird im Kirchwald über Raggal schon über Jahrzehnte beispielhaft durchgeführt. Großes Augenmerk wird auf eine Bergmischwaldverjüngung mit Weißtanne gelegt. Dazu wurde über viele Jahre für Lebensraum angepasste Wildbestände von Rot-, Reh- und Gamswild gekämpft.

Wertholzvermarktung und Arbeitseinkommen
Das qualitativ hochwertige Gebirgsholz wird gepflegt und den besten Wertschöpfungsketten, wie z.B. der Verwendung als Tonholz, zugeführt. Dabei wird das Qualitätspotential des Frassenwaldes auch für die breite Öffentlichkeit sichtbar in Wert gesetzt, wie bei den Vorarlberger Wertholzsubmissionen der letzten Jahre. Die bemerkenswerten Preise, die bei diesen Vermarktungsaktivitäten erzielt werden, liefern Ansporn und Bestätigung, dass sich qualitätsorientierte Waldpflege lohnt.

Wir gratulieren sehr herzlich für die hohe Auszeichnung.

Link zu kleinem Präsentationsfilm der Agrargemeinschaft Frassenwald:

https://sbg.lko.at/agrargemeinschaft-frassen-vorarlberg+2500+2792752

 

Im Bild die Vertreter der Agragemeinschaft Frassenwald mit den ersten Gratulanten in Salzburg.

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Sonderausstellung beim Junker Jonas Markt

Bei sehr gut besuchten Junker-Jonas Markt in Götzis gab es heuer Mitte September eine Sonderausstellung „Wald und Holz“. Insbesondere lokalen Akteure mit Alexander Kopf, Holzakkordant, Franz Josef Lampert, Sägewerk, Gerhard Rädler, Marktgemeinde Götzis, Pfanner Schutzbekleidungen und Josef Gruber von Schmidts Erben brachten sich in die tolle Sonderausstellung ein. Mit dabei war auch der Waldkindergarten Götzis, der Landesforstdienst, der unter anderem über das Eschentriebsterben informierte und die Landwirtschaftskammer mit dem Vorarlberger Waldverband.

Im Bild Landesrat Christian Gantner beim Besuch der Sonderausstellung. Er freute sich sehr über die gute Imagearbeit für Wald und Holz.

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Gaumenfreude vom Holzherd

Es gibt ihn noch den Holzherd und jetzt wird er wieder in der Spitzengastronomie wiederendeckt. Vorarlbergs Spitzenkoch Thorsten Probost  im Burg Vital Resort in Oberlech schwört auf das Kochen am Holzherd.
Traditionell modern aufkochen
„Die Gerichte werden einfach sensationell“, ist Spitzenkoch begeistert. Am Holzherd zu kochen ist die modernste Art, traditionell zu kochen: So wird zur Befeuerung wie vor hundert Jahren Scheitholz verwendet, aber auf dem Herd brodeln die Töpfe und Pfannen auf einer geschliffenen Stahlherdplatte. Die Ofenplatte nimmt Hitze schnell auf und speichert sie lange. Vor allem Gerichte, die durch langsames Köcheln ihre Geschmacksnote entfalten, gelingen besonders gut durch die verschiedenen Hitzezonen auf der Herdplatte eines Kachelherdes. Die Bedienung des Herdes erfolgt intuitiv und benötigt ein wenig Übung: Statt die Temperatur anhand eines Reglers zu verändern, werden die Töpfe auf der Kochplatte verschoben. Die Hitze lässt sich – entgegen vieler Vorurteile – regulieren: Da gibt es die heißeren Zonen, direkt über dem Feuer, auf die seitlichen Bereiche werden die Töpfe verschoben, wenn etwas "schmurgeln" soll. Besonders beim Kochen für viele Personen erweist sich das als praktisch, da ausreichend Platz für Töpfe herrscht. Mit zunehmender Erfahrung haben auch Hobbyköche bald den richtigen Dreh heraus. Die Hitze des Herds lässt sich auch mit dem Heizmaterial regulieren: Kleingehacktes Holz erzeugt viel Hitze, um das Feuer am Brennen zu halten, sind größere Stücke geeigneter. „Nach zwei Wochen möchte man den Holzherd nie wieder missen“,  ist Haubenkoch Probost überzeugt.


Hinweis Tag des Kachelofens
Am 19. Oktober 2018 organisiert der Kachelofenverband heuer zum 7. Mal den Aktionstag „Tag des Kachelofens“, an dem rund 200 Hafnerbetriebe in Österreich teilnehmen. Unter allen Besuchern wird ein Kachelofen im Wert von € 10.000,- verlost. Beteiligte Vorarlberger Hafner finden sie auf der homepage www.tagdeskachelofens.at.

Im Bild Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbands mit Spitzenkoch Thorsten Probost  vom Burg Vital Resort in Oberlech vor dem Holzherd.

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Neue Wege der Wildbestandserhebung?

Nach der Veranstaltung des Vorarlberger Waldvereins im Februar dieses Jahres zur Wildbestandserfassung gibt es jetzt ein Symposium zu diesem Thema, das von der Vorarlberger Jägerschaft gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Vorarlberg angeboten wird.

Neue Wege der Wildbestandserhebung?
am Mittwoch, 12. September 2018 - 18:30 Uhr
Ort: inatura Dornbirn

Auf der gemeinsamen Veranstaltung von der Vorarlberger Jägerschaft und der Landwirtschaftskammer Vorarlberg werden verschiedene Methoden des Wildtiermonitorings von Experten und Praktikern vorgestellt sowie Vor- und Nachteile im Einsatz in der Jagdwirtschaft diskutiert. Dabei finden sowohl konventionelle, als auch „moderne“ Ansätze der Wildtierforschung ihren Platz und sollen als Grundlage für einen objektiven Blick auf die Erfassung von Wildtierbeständen dienen.

Referenten:
Flurin Filli – Leiter Betrieb und Monitoring im Schweizerischen Nationalpark
Robin Sandfort, MSc  - Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, BOKU Wien
Silvan Eugster – kantonaler Wildhüter in St. Gallen, Amt für Jagd und Fischerei

Neben Jägern und Jagdschutzorganen sind auch Wald- und Grundbesitzer, sowie deren Vertreter in der Jagdbewirtschaftung dazu herzlich eingeladen.

 

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Kursprogramm Ländliches Fortbildungsinstitut startet in die Saison 2018/2019

Im Forstbereich wird vom Plenterwald über Q-Gis Kartenerstellung bis zum Motorsägenführerschein ein vielschichtiger Themenbereich angeboten. Als erster Kurs steht am 14. September „Rotwildmanagement in der Praxis“ auf dem Programm. Das angebotene Forstprogramm steht hier als Download zur Verfügung. Das gesamte LFI Programm steht unter https://vbg.lfi.at/bildungsprogramm+2500++1000325 zur Verfügung.

Erster Kurs - Rotwildmanagement in der Praxis
Rotwildbestände fachgerecht zu bewirtschaften stellt hohe Ansprüche an das Management. Wie eine Wildstandregulierung und -bewirtschaftung in der Praxis funktionieren kann, wird am Beispiel der Agrargemeinschaft Nenzing gezeigt. Im Weiterbildungsseminar werden über das Rotwildmanagement in Praxis inklusive der Bewirtschaftungsvarianten mit Wintergatterstandort und der freien Fütterung informiert. Eine transparente Wildbestandserfassung wird ebenfalls vorgestellt.
Zielgruppe: Mitglieder und Ausschussmitglieder von Jagdgenossenschaften, Eigenjagdbesitzer/-innen, Waldbesitzer/-innen, Hegeobmänner
Trainer/-in: Siegbert Terzer, Josef Beck, Manuel Nardin, Peter Trabernig
Kursbeitrag: € 12,– pro Person (gefördert)
6710 Nenzing, Agrargemeinschaft Nenzing
Fr, 14.09.2018, 14.00 - 17.00 Uhr, 3,5 UE
Anmeldung: LFI Vorarlberg, T 05574/400-191, E lfi@lk-vbg.at oder I www. vbg.lfi.at

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Vorbildhafte Vorarlberger Weisstanne


Die Weisstanne gilt als eine der schönsten Holzarten der Welt. Eine Delegation einer Weißtannen Initiative aus Friaul- Venetien holte sich jetzt bei einigen vorbildhaften Vorarlberger Weisstannen-Holzbauten Anregungen für ihre friaulische Weisstanne. Das Weißtannenholz ist harzfrei und ist wegen der besonderen Oberflächen-Haptik bei Architekten/innen und Kunden/innen sehr gefragt. Im Wald hat sie aufgrund ihrer guten Schattenverträglichkeit und dem tiefen Bodenaufschluss eine sehr wichtige waldbauliche Funktion. Aufgrund ihrer breiten Standortseigenschaften ist sie auch eine sehr wichtige Mischbaumart für den „klimafiten“ Wald in der Zukunft.

Bild: Die Initiative „Friul Dane“ holte sich Anregungen bei den Vorarlberger Kollegen (im Bild bei einer Waldführung in Langenegg mit DI Thomas Ölz von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und DI Peter Feuersinger von der Bezirksforstinspektion Vorarlberg Nord).

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Borkenkäfergefahr steigt 2018!

In den letzten Jahren waren wir in Vorarlberg weitgehend von einer Borkenkäfermassenvermehrung verschont geblieben. Heuer ändert sich die Situation, weil durch den Windwurf „Burglind“ Anfang des Jahres trotz intensiven Aufarbeitungsbemühungen einiges an „bruttauglichem“ Material im Wald zurückbleibt. Weil der Rundholzmarkt überlastet ist kann jetzt über den Vorarlberger Waldverband mit einer Zwischenlagerung in einem Nasslager eine kontinuierliche Abfuhr gewährleistet. Mögliches bruttaugliches Material wird damit für eine mögliche Massenvermehrung dem Borkenkäfer entzogen.
Engpässe am Rundholzmarkt
Der Rundholzmarkt ist aufgrund der erhöhten Mengen aus den Windwürfen in ganz Europa unter Druck (nicht nur Sturm „Burglind“ bei uns). Die Kapazitäten in der Holzlogistik sind an ihre Grenzen gekommen. Beim Schwachnutzholz, das von Vorarlberg zu großen Sägewerken ins Tirol geliefert wird, stehen einerseits zu wenige Waggons bei der Bahnverladung bei der ÖBB zur Verfügung und andererseits fehlt es auch bei Abnahmekapazitäten der Sägewerke selbst. Bei Starknutzholz, dass bei den Vorarlberger Sägewerken geliefert wird, hat die Abnahme lange relativ gut funktioniert. Jetzt kann es aber auch hier zu Engpässen führen.
Nasslagerung mit Vorteilen
Bei der Nasslagerung wird ein Neubefall verhindert und vorhandene Bruten können nicht überleben. Ein großer Vorteil der Nasslagerung zu anderen Trockenlagervarianten ist, dass die Holzqualität über längerer Zeiträume nicht beeinträchtigt wird. Die Organisation und Abwicklung des Nasslagers läuft in Zusammenarbeit mit der Agrargemeinschaft Altenstadt über den Waldverband Vorarlberg. Der Waldverband ist eine Serviceeinrichtung für alle Vorarlberger Waldbesitzer. Damit ist gewährleistet, dass von dieser Maßnahme auch alle Waldbesitzer profitieren können. Für die Zukunft mit der drohenden Zunahme von Windwürfen wird die Einrichtung von mehreren Nasslagerplätzen im Rahmen eines Katastrophenmanagements immer wichtiger.

Problem exponentielle Vermehrungsraten
Vermehrungsraten (ohne Geschwisterbruten)
Ausgangsbestand 200 weibl. Buchdrucker, 40 Nachkommen (Geschlechterverhältnis 1:1)
Eltern:  200 ♀ + 200 ♂
1. Generation:  8.000 Käfer davon
 4.000 ♀ + 4.000 ♂
2. Generation 160.000 Käfer davon
 80.000 ♀ + 80.000 ♂
3. Generation 3,2 Mio Käfer davon
 1,6 Mio ♀ + 1,6 Mio ♂
4. Generation 64 Mio Käfer davon
 32 Mio ♀ + 32 Mio ♂

Maßnahmen - Tipps
+ Kontrolle bei regelmäßige Waldbegängen, insbesondere Nachbarbäume von früheren befallenen Bäumen, Kontakt zum Beratungsservice der Landeswaldaufseher nutzen.
+ Möglichst wenig „bruttaugliches“ Material im Wald belassen (per Forstgesetz sogar gesetzlich verpflichtend).
+ Befall schwer zu erkennen (kleine Einbohrlöcher, brauner Bohrmehlaustritt, grüne Nadeln am Boden). Beratungsservice des zuständigen Landewaldaufsehers nutzen.
+ Aufgearbeitetes Holz möglichst rasch aus dem Wald abführen, Vermarktungsservice des Vorarlberger Waldverbandes nutzen (Ing. Edgar Häfele, 0664/60 259 19 461, edgar.haefele@lk-vbg.at)
+ Bereits abgestorbene Fichte sind im Übrigen nicht mehr „bruttauglich“ und müssen aus Forstschutzgründen nicht mehr entfernt werden (Käfer ist bereits ausgeflogen).
+ Eine sehr effiziente Methode ist die Fangbaumvorlage im Frühjahr. Hier wird versucht möglichst viele Käfer der Elterngenerationen abzufangen und damit die Massenvermehrung einzuschränken.
+ weitere Maßnahmen: Prügelfalle, Phermonfallen, Entrinden, Zerkleinern, Schutz bei der Lagerung, natürliche Gegenspieler fördern (Borkenkäferbroschüre bei der Landwirtschaftskammer anfordern).


Bild: Mit der Zwischenlagerung im Nasslagerung kann eine kontinuierliche Abfuhr des Holzes aus dem Wald gewährleistet werden. Mögliches bruttaugliches Material wird dem Borkenkäfer entzogen.

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Neue große Waldzeitung

Jetzt ist die neue große Waldzeitung bereits in der vierten Auflage erschienen. Sie können auch digital darin Blättern. Diese mal gibt es wieder interessante Beiträge zur Waldbewirtschaftung und dem Naturschutz, der Lebensraum für Wildtiere kommt vor, Bau gesünder mit Holz und weitere Beiträge laden zum Informieren über Wald, Holz und Lebensraum ein.

Viel Vergnügen

Ihr Redaktionsteam vom Vorarlberger Waldverein

http://www.waldverein.at/waldzeitung-im-detail.html?id=180625070457-38aefc08d426fb753ae9756562fa3fd6

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Luchs als Bereicherung im Lebensraum

In Vorarlberg wurden in einigen Gebieten wieder Luchse nachgewiesen. Das bereichert die Wälder und hilft mit den Rehwildbestand zu regulieren.
Anlässlich der Gründung der Ortsgruppe Bodensee Wälder des Vorarlberger Waldvereins referierte der bekannte Wildbiologe und Buchautor Bruno Hespeler am 17.Juni in Bregenz. Das bis zu 25 Kilogramm schwere etwa 1,10 Meter lange Wildtier, das etwa 10 Jahre alt wird, bezeichnete Bruno Hespeler als harmlose „Mietzekatze“, von der sicher keine Gefährdungen für den Menschen ausgehen. Sogar als Jungtiere markiert wurden, gab es keine Angriffe von dem in der Nähe befindlichen Muttertier, berichtet Hespeler von einem Luchsprojekt. Nachdem bis auf wenige Ausnahmen keine Schafe oder Ziegen zu seinem Beuteschema zählen, gibt es auch keine Konflikte mit der Landwirtschaft.
„Mietzekatze“ für Rehwildregulierung
Hauptsächlich ernährt sich der Luchs von Rehen und teilweise von Gamswild. Sein Revier ist bis 250 Quadratkilometer groß. Pro Tag werden dabei nur 2% des Gebietes genutzt. Der Pirsch- und Lauerjäger betreibt eine ausgesprochene Intervalljagd. Gleiche Gebiete werden hintereinander nicht bejagt. Es gibt keinen Gewöhnungseffekt für das Rehwild. Zusätzlich können je nach Zufall auch Mäuse, Füchse, Hasen, Hauskatzen oder auch Raufußhühner auf dem Speisezettel sein. Auf die Rehwildregulierung kann der Luchs mit einem Verbrauch von ca. 1 kg pro Tag Einfluss haben, der durchaus positiv auf den Wildbestandsdichte, aber auch auf die Gesundheit und die Kondition in den Rehwildpopulationen wirkt. Wie die Abschussstatistiken in Gebieten mit Luchsvorkommen zeigen, gibt es in dieser Hinsicht nur geringe Veränderungen. Die bisher durch natürliche Umstände ausgefallenen Rehe, zählen jetzt zur Beute vom Luchs. Er hat ein Gespür für schlecht konditionierte Wildtiere, ist sich Bruno Hespeler sicher. Zu erkennen ist ein Luchsriss relativ einfach, weil er zuerst das Muskelfleisch nutzt. Wenn nur das tote Tier daliegt, ist der Drosselbiss mit kleinen Einstiche der Zähne nur schwer zu erkenn. Ein Reduzieren der Abschusspläne ist nach Hespeler, um das Wollwollen der Jäger zu bekommen in den meisten Fällen nicht notwendig.
Populationen leider nicht gesichert
Offiziell wird der Luchs von den Jägern begrüßt. Leider kommen einige Luchse durch illegale Abschüsse oder Vergiftungen zu Tode. Ein spezielles Problem für die Luchspopulation ist die genetische Verarmung und Verinselung der Verbreitungsgebiete. Meistens gehen die Luchsvorkommen auf Wiedereinbürgerungsprojekte mit wenigen Exemplaren zurück. Daneben spielen auch noch Straßenverkehrsverluste, Katzenkrankheiten und innerartliche Auseinandersetzung eine Rolle bei den Todesursachen. Damit ist die Wiederansiedlung in Europa leider nicht gesichert. Bruno Hespeler wünscht sich hier weitere Verbesserungen und ein hohe Akzeptanz für dieses Wildtier bei den Jägern und in der ganzen Gesellschaft.

Bild: Bei der Gründung der Ortsgruppe Bodenseewälder des Vorarlberger Waldvereins referierte Bruno Hespeler zum Luchs in unseren Wäldern (im Bild links mit Moderatorin Martina Rüscher, Fotoquelle Lk Vorarlberg).

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„Kopf frei in Arbeit“

Am 13. Juni 2018 wurde beim Waldlehrpfad am Ardetzenberg in Feldkirch anläßlich der Woche des Waldes die Lockpfostenaktion im Waldbereich vorgestellt.

Wälder sind wunderbare Lebensräume, auch für den Menschen. In Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und Digitalisierung bieten sie Erholung und Abhilfe gegen Stress. „Der Aufenthalt in Wäldern ist auch das beste Mittel um der zunehmenden Entfremdung unserer Kinder von der Natur entgegenzuwirken.“, meint Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold bei der vorstellung. „Auch auf diesem Weg tragen Wälder zur Nachhaltigkeit bei“, so Berchtold.
Respekt und Wertschätzung gegenüber den Waldeigentümern
Die vielfältigen positiven Wirkungen des Waldes kommen der gesamten Bevölkerung zugute. Für Landesforstdirektor DI Andreas Amann ist es wichtig, dass die Waldeigentümer motiviert sind ihren Wald selbst zu pflegen, da die Erbringung der selben Leistungen durch die öffentliche Hand wesentlich teurer wäre.
„Kopf frei in Arbeit“
Die „Lockpfostenaktion“, die im Rahmen eines EU-Projektes zusammen mit den Vorarlberger Forstbetrieben und der Landwirtschaftskammer organisiert wurde, kommuniziert die wichtigen Waldwirkungen in kurzen Worten. Dazu gehört der Pfosten mit „Kopf frei in Arbeit“: Waldspaziergänge machen den Kopf frei und den Puls ruhig. Sie stärken das Immunsystem, verbessern die Schlafqualität und harmonisieren das Nervensystem. Wir Waldbesitzer sind stolz auf unsere naturnahe Waldbewirtschaftung. Ähnlich positiv wie der Wald wirken auch Holzumgebungen und Holzbauten. Gesundheitszellen, die Krankheitserreger bekämpfen, werden bereits durch einen einzigen Waldspaziergang um 50 Prozent aktiviert.
Der Präsident der Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger betont dabei die Bedeutung der verschiedenen Waldwirkungen, dazu gehören insbesondere auch die Nutz- und Schutzwirkungen in Vorarlberg. Diese werden auf zwei weiteren „Pfosten“ hervorgehoben:
„Holz in Arbeit“: Im Vorarlberger Wald auf ca. 100.000 ha (37% der Landesfläche) wächst jedes Jahr wesentlich mehr Holz nach als genutzt wird. Die regionale Baustoff- und Energieträgernutzung könnten wir damit nachhaltig weiter ausbauen.
„Schutz in Arbeit“: In einem Gebirgsland wie Vorarlberg sind die Schutzwirkungen des Waldes gegen Lawinen, Muren, Erdrutsche, Steinschläge bis zum allgemeinen Hochwasserschutz existenziell wichtig. Unsere aktive Waldbewirtschaftung ist für die Erhaltung und Verbesserung außerordentlich bedeutend.
„Und das Ganze kann - und auf das sind wir Waldbesitzer auch stolz - auch im Einklang mit dem Naturschutz ausgeführt werden“ betont DI Thomas Ölz, Fachbereichsleiter bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und weist auf den Pfosten „Natur in Arbeit“ hin:
„Natur in Arbeit“: Viele Pflanzen- und Tierarten profitieren von unserer kleinflächigen Waldbewirtschaftung in Vorarlberg. Wir Vorarlberger Waldbesitzer bieten damit eine herausragende Leistung für den Naturschutz. Die umfassende Nachhaltigkeit des Vorarlberger Waldes wird mit der international anerkannten PEFC-Zertifizierung bestätigt. Vorarlbergs Wald zeigt innerhalb Österreichs die weitaus höchste Naturnähe auf. Zum Beispiel: Die „Natur-Zeigerart Auerwild“ profitiert nachweislich von Holznutzungen.

Bild : Bei der Präsentation Lk Präsident Josef Moosbrugger mit DI Thomas Ölz und Ing. Elmar Nöckel vom Forstbetrieb der Stadt Feldkirch

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Klimaschutz Petition für eine Finanzierungsautonomie

Nach einer groben Abschätzung braucht es alleine in Vorarlberg ca. 5 Milliarden Euro an Investitionen, um die Energieautonomie umzusetzen. Dafür würde aber eine jährliche Wertschöpfung von bis zu 400 Millionen Euro, eine gesicherte Energie-Eigenversorgung und eine weitgehend Co2 neutrale Wirtschaft realisiert werden. Die Arge erneuerbare Energie fordert mit Unterstützung durch 22 Gemeindevertretungen sowie 8 Organisationen wie Bio Vorarlberg oder dem Vorarlberger Waldverein den Vorarlberger Landtag auf, für die beschlossene Energieautonomie auch eine langfristige Investitions- und Planungssicherheit zu schaffen. Sie untermauern dabei ihr Anliegen mit einer  freiwilligen CO2 Abgabe, als ersten Schritt zu einer gelebten Kostenwahrheit.
Wir alle sind aufgefordert, Eigenverantwortung für die von uns verursachten  CO2 Emissionen zu übernehmen. Ebenso gilt es, die Veränderungsprozesse für eine enkeltaugliche Energieversorgung mitzugestalten bzw. mitzutragen. Denn der Umbau unserer Energieversorgung  - weg von zentralen Großkraftwerken mit Atomkraft oder Öl/Gas/Kohle hin zur Eigenversorgung mit erneuerbaren Energieträgern - ist eines der größten Wirtschaftsprogramme im 21. Jahrhundert. Alleine in Vorarlberg gilt es, Investitionen von ca. 5 Milliarden Euro zu realisieren und damit zu finanzieren. 
So wie das Abwasser und der Abfall einen Preis bekommen haben, und damit die Finanzierung der Reinigung bzw. des Recyclings sichergestellt ist, braucht es auch eine CO2-Abluftgebühr für diejenigen, die Energie aus Öl/Gas/Kohle verwenden, um damit Klimaschutzprojekte möglich zu machen.
Stellungnahme Vorarlberger Waldverein
Klimaschädliches CO2 wird in unserer „Fabrik Wald“ gebunden und mit Wasser und Licht in Zucker/Zellulose umgewandelt. Nebenprodukt lebenswichtiger Sauerstoff!! Einfach genial!
Und das Gute daran: Wir haben noch weitere hohe nachhaltige Zuwachspotentiale. Der Vorarlberger Waldverein unterstützt daher die Petition „Wir sind Klima“ und fordert den weiteren Ausbau der Holzenergie!


Bild: Mit „Holzgehfahrzeugen“ wurde die Petition zur Einführung einer CO2 Abgabe zur Finanzierung von Klimaschutz und Energieautonomie übergeben.

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Es funktioniert: Schutzwald, Wild und Jagd!

Vor 25 Jahren wurde im Bergdorf Ebnit über Dornbirn die Wichtigkeit der Schutzwirkung des Waldes nach einer Windwurfkatastrophe offensichtlich. Es wurde reagiert, geplant, koordiniert und konsequent umgesetzt. Heute zeigen sich schöne und verdiente Erfolge.
Waldaufseher Hannes Klocker erinnert sich anlässlich einer Exkursion zu seiner Pensionierung Ende April an die damalige schwierige Zeit. Im Bergdorf Ebnit sind durch die Windwürfe und anschließenden Käferkalamitäten Anfang der 90´er Jahre im Schutzwaldgürtel oberhalb des Dorfes die Schutzwaldwirkung Großteils ausgefallen. Es war schnell klar, dass konsequent und „scharf“ gehandelt werden muss, um eine stabile Waldentwicklung zu erreichen.


„Harte“ Widerständen mit Problembewusstsein überwinden
Die Waldverjüngung im Schutzwald ist sozusagen bereits von „Natur“ aus an außerordentliche Faktoren gebunden: steile und extreme Standorte, besondere Witterungseinflüsse (Wind, Schnee, Wasser, kürzere Vegetationszeiten) und geringere Reproduktionsraten bei den Baumarten. Deshalb wird ein tragbarer Wildverbiss in der Waldverjüngung in diesen Schutzwaldlagen so wichtig. Gerade der dadurch verursachte Ausfall der Mischbaumarten (wie beispielweiser der Weißtanne), die für den zukünftigen stabilen Waldaufbau zentral wichtig sind, aber auch das Verlängern des ohnehin schon langen Verjüngungszeitraumes können nicht toleriert werden. Mit der neuen konsequenten Ausrichtung gab es für den aktiven und problembewussten Jagdausschuss, bei der Exkursion durch den langjährigen Obmann Wolfgang Peter und den heutigen Norbert Peter vertreten, auch „harte“ Widerstände zu überwinden. Für den heutigen Erfolg sehr entscheidend war hier rückblickend die sehr konstruktive und gute Zusammenarbeit zwischen den Grundbesitzervertretern, der Forst- und Jagdbehörde, der Wildbach- und Lawinenverbauung und der offiziellen Jägerschaft mit Bezirksjägermeister Ewald Baurenhaas. Ein „Umdenken“ und Problembewusstsein für die notwendigen Maßnahmen, dass es einfach nicht anders geht, wurde durch laufend durchgeführte Begehungen und Informationsveranstaltungen erreicht. Zuerst wurde mit einer Selbstverwaltung der Jagd, danach wieder mit einer normalen Verpachtung an waldorientierte Jäger gearbeitet.


Informations-, Koordinations- und Kontrollaufgaben
Beim Waldaufseher laufen viele Informationen zusammen. Er kontrolliert die Waldentwicklung und koordiniert die verschiedensten Maßnahmen in Forst und Jagd. Wenn Dinge nicht oder nicht richtig umgesetzt werden, muss dies auch Konsequenzen haben. Bei den laufenden Informationen bei Begehungen aber auch bei Anfragen von Waldbesitzern oder Jagdausübenden spielt er eine wichtige Rolle. Nach Jahren mit positiven Entwicklungen, kommen wieder Jahre in denen es nicht so gut läuft. Hier braucht es entsprechende Reaktionen. Eine laufende Herausforderung! Waldaufseher Hannes Klocker zeigte hier weit über seine dienstliche Pflichten hinaus ein ausgesprochen hohes Engagement. Auch die Jagdbehörde agierte in Dornbirn erfreulich flexibel unbürokratisch.

Motivation und Freude an „Urreizen“ der Jagd
Solche Anforderungen führen natürlich zu einigen Zeitaufwendungen und Anstrengungen in der Jagdbewirtschaftung und werfen die Frage auf, ob eine solche Jagd überhaupt noch Freude machen kann. Gerade dadurch, dass die Bejagung nicht ganz einfach ist, werden die „Urreize“ des Jagens angesprochen. „Natürlich ist eine solche Jagd mit einem hohen Aufwand und Herausforderungen verbunden, aber schlussendlich macht es schon Freude, sonst würden wir es nicht machen“, ist die Antwort der heutigen Jäger. Es können schöne Erfolge vorgezeigt werden. Die Weißtanne verjüngt sich wieder sehr gut. Das ist in einem Gebiet in dem alle drei Schalenwildarten vorkommen überhaupt nicht selbstverständlich. Die Erfolge bringen wieder viel Motivation den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Langfristiges Ziel stabiler Schutzwald
Es waren natürlich auch technische Unterstützungen, wie Lawinenwerke, Gleitschneeböcke , Drainagen oder Steinschlagschutznetze notwendig. Auch die Erschließung mit Forstwegen für gezielte kleinflächige Verjüngungshiebe und auch Aufforstungsmaßnahmen mit einigen tausend Pflanzen wurden durchgeführt. Für den langfristigen Schutz vor den Naturgefahren braucht es in allen Gebirgslagen bei uns eine gesunde und stabile Waldentwicklung. Die größte Herausforderung stellt jetzt die Beibehaltung der positiven Rahmenbedingungen dar. Hier wurde die aktive Rolle der Stadt Dornbirn sehr lobenswert hervorgehoben und für die Zukunft als wichtige Verpflichtung gesehen.

Erfolgsfaktoren
_ Engagierte Grundbesitzer formulieren klare Zielsetzungen und fordern laufend die Umsetzung (biotopangepasste Schalenwildbestände)
_ Jäger mit positiver Waldeinstellung und Freude an der Jagd
_ aktive Rolle der Gemeinde und politischer Rückhalt von Landesseite
_ Aktive Information mit Begehungen und Informationsveranstaltung für ein breites Problembewusstsein bei Jägern, Waldbesitzer und der Bevölkerung
_ Koordination und Kontrollfunktion durch den Landeswaldaufseher (mit gesamter Forstbehörde)
_ Wildbach- und Lawinenverbauung als unabhängige Bundesbehörde
_ Gegenseitige Motivation mit erreichten Erfolgen für Waldaufseher, Jägerschaft und Jagdgenossenschaft


Bildtext: Erfolgreiche Schutzwaldverjüngung mit Weißtanne oberhalb des Bergdorfes Ebnit. In einer engen Zusammenarbeit von Grundbesitzer, Forst- und Jagdbehörde, Wildbach- und Lawinenverbauung und Bezirksjägermeister wurde die Basis für eine gesunde Waldentwicklung gelegt (im Bild rechts außen Waldaufseher Hannes Klocker mit einigen Wegbegleitern und Ausschussmitglieder des Dornbirner Waldvereins).

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Mähtod verringern

Die Zeit der ersten Mahd im Frühjahr ist gleichzeitig die Geburtszeit vieler heimischer Wildtiere. Rehkitze und Junghasen werden zum Schutz oft im hohen Gras von Wiesen abgelegt. Dort werden die Jungtiere im Zuge der Mahd leider häufig übersehen und fallen bei Unfällen den Mähmaschinen zum Opfer.
Feldhasen, Rehe und andere heimische Wildtiere bringen jetzt zur Frühlingszeit ihre Jungen zur Welt. Wärend sich die Muttertiere auf Nahrungssuche begeben, lassen sie die Jungtiere im hohen Gras zurück um ihnen Schutz vor natürlichen Feinden zu bieten. Schätzungen zu folge kommen österreichweit jährlich rund 30.000 Rehkitze durch die Mähwerke der Landmaschinen ums Leben, erklärt Gernot Heigl von der Vorarlberger Jägerschaft anläßlich einer Presseinformation am 17. April bei der Inatura in Dornbirn: „Rehkitze und junge Feldhasen haben noch den sogenannten Drückinstinkt. Das bedeutet, dass sie bei drohender Gefahr nicht fliehen, sondern regungslos liegen bleiben und auf ihre Tarnung vertrauen.“ Um diese Unfälle zu vermeiden ist es wichtig, die entsprechenden Maßnahmen vor und wärend der Mahd zu treffen. Durch eine gute Zusammenarbeit von LandwirtInnen und JägerInnen können viele der jungen Tiere vor dem Tod oder schwerwiegenden Verletzungen gerettet werden.
Heute stehen bereits verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um Jungtiere zu retten. Besonders wirksam sind sogenannte „Kitzretter“. Ein auf einem Stock in ca. 1,5 m Höhe befestigtes Gerät gibt regelmäßige Licht- und Tonsignale ab, welche von den Tieren als irritierend und unangenehm wahrgenommen werden. Dadurch verlassen sie die Felder und bringen ihren Nachwuchs an einem anderen Ort in Sicherheit. „Die Kitzretter funktionieren ganz einfach“, erklärt Gernot Heigl: „sie werden am Tag vor der Mahd angebracht und anschließend wieder entfernt. Gemeinsam mit der Wildtierhilfe Vorarlberg haben wir die Kitzretter getestet und eine große Erfolgsrate feststellen können. 50 Stück davon wurden heuer im Zuge einer Sammelbestellung angeschafft und verteilt“, so Heigl. Bereits letztes Jahr starteten die Wildtierhilfe Vorarlberg und die Jägerschaft gemeinsam die Initiative zur Kitzrettung. Damals wurden in einer ersten Testphase 20 Kitzretter in Umlauf gebracht. „Mit relativ geringem Aufwand ist es möglich, das Leben der Jungtiere zu retten, deshalb hoffen wir, dieses Jahr noch mehr Landwirte und Jäger mit dieser Aktion zu erreichen“, so Katharina Löschnig, Obfrau der Wildtierhilfe. Weitere wirksame Maßnahmen sind sogenannte Wildscheuchen, bei denen Plastiktüten, Luftballons oder Dosen auf Stöcken befestigt werden, die bei den Rehen ebenfalls für Irritationen sorgen. Neben optischen und akustischen Methoden wirken auch vergrämende Geruchsstoffe wie Haarspray, um die Tiere kurzfristig von den Mähflächen zu vertreiben.

Von innen nach außen Mähen
Die herkömmliche Methode – am Feld- bzw. Wiesenrand mit der Mahd zu beginnen – führt dazu, dass Wildtiere nach innen getrieben werden und dort schlussendlich dem Mähwerk zum Opfer fallen. Das „mähen von innen nach außen“ würde bei bereits fliehende Tieren ein Ausweichen in angrenzende Flächen bewirken. Bei verharrenden Hasen oder Rehkitze hilft nur die oben beschriebene Methode. Dabei wird, ohne den Außenrand anzumähen, die Mahd im Inneren der Parzelle begonnen und dann von innen nach außen fortgesetzt. Voraussetzung für den Schutz von Wildtieren vor dem Mähtod ist in allen Fällen die Bereitschaft von Jägern und Landwirten, zusammen zu arbeiten und dafür einen gewissen Zeit- und Personalaufwand zu leisten.


Verunreinigungen im Grünfutter werden verhindert
Die Landwirtschaftskammer empfiehlt den Landwirten, die richtige Mähtechnik einzusetzen und entsprechende Hilfsmittel zur Vermeidung von Unfällen in Anspruch zu nehmen. Schließlich geht nur um eine Tierschutzmaßnahme, sondern auch Verunreinigung Wiesenfutter werden verhindert (insbesondere bei Silieren ein Problem). Wenn es auf Wiesengrundstücken immer wieder zu Unfällen kommt, sollte zum lokalen Jägern ein Kontakt gesucht werden. Informationen zu den zur Verfügung stehenden Geräten bekommen Sie auch in der Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft (Vorarlberger Jägerschaft, Gernot Heigl, 05576/74633, info@vjagd.at).

Bild "Kitzschreck": Der "Rehwildschreck" bewirken mit Schallwellen und optischen Blinken ein Vergrämen der Rehgeiß samt Kitz von der Fläche (© Naturtech-Oberland).

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Aufgehegte Wildtierbestände sind Tierschutz-Problem!

Der Vorarlberger Waldverein nimmt zur aktuellen Diskussion bei den Themen Wildlebensraum, Fütterung, Tierschutz und Waldzustand öffentlich Stellung:

Der Vorarlberger Waldvrein tritt seit Jahrzehnten für den Schutz und Erhalt eines natürlichen und biotopangepassten Schalenwildbestandes ein. Das kommt dem Wald und auch dem Wildtier selbst zu Gute.

Der Vorarlberger Waldverein erachtet es als äußerst unpassend und falsch, wenn seitens der Vorarlberger Jägerschaft Grundbesitzer und Behörden dafür verantwortlich gemacht werden, dass jagdbare Wildtiere verhungern und dann jagdgesetzliche Inhalte in Frage gestellt werden. Völlig aus der Luft gegriffen, sind die Vorwürfe der Jägerschaft, die Ausbreitung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung würde das Wild in seinem natürlichen Lebensraum verdrängen und ihm die Existenzgrundlage entziehen. Dies findet nachweislich nicht statt und ist entschieden zurückzuweisen. Das Gegenteil ist oft der Fall: Forstliche Nutzungen oder auch die Alpwirtschaft insgesamt verbessern die Lebensraum- und Äsungsqualität von Wildtieren maßgeblich.

Tierschutzproblem durch viel zu hohe aufgehegte Wildtierbestände
Es wäre Zeit zur Selbstreflektion! Anstatt Grundbesitzer, Forstwirtschaft, Behörden, Freizeitnutzer etc. permanent für die aktuelle Situation zu beschuldigen sollte vor der eigenen Haustüre gekehrt werden. Für die über Jahrzehnte betriebene jagdwirtschaftliche Misswirtschaft (mit der Aufhege) ist vor allem die Jägerschaft selbst verantwortlich!

War der Rehwildabschuss in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts noch bei etwa 1.000 Stück liegt er heute bei etwa 5.000 Stück. Bei Rotwild wurden im gleichen Zeitraum der laufende Abschuss von etwa 500 auf über 3.000 Stück gesteigert. Die Bestandesdichten haben sich mit der sogenannten „Hege“ und der der damals begonnenen Fütterung vervielfacht! Dieser Missstand hat nichts mit einem kleiner werdenden Lebensraum zu tun. Das kommt noch dazu und verschärft die Situation, die durch die Jägerschaft selbst verursacht wurde. Auswirkungen dieser massiv überhöhten Wildtierbeständen sind die flächigen waldgefährdenden Wildschäden mit einem Ausfall der Mischbaumarten wie beispielweise der bei uns sehr wichtigen Stabilitätsbaumart Weißtanne, aber auch Seuchenkrankheiten wie die TBC beim Rotwild im Klostertal und Silbertal.

Forderung des Waldvereins:
Wir brauchen endlich tatsächlich biotopangepasste Wildtierbestände! Dann machen auch lebensraumverbessernde und -schützende Maßnahmen für Wildtiere Sinn, für die sich der Waldverein ebenfalls sehr einsetzt. Wir brauchen eine Ökologisierung der Jagdwirtschaft auf Basis wildbiologischer Erkenntnisse. Falsche und kontraproduktive Fütterung bzw. Bejagung muss der Vergangenheit angehören. Beispielsweise ist eine intensive Fütterung von Rehwild mit Kraftfutter – und das wird an vielen Orten im Lande gemacht – weder wildtiergerecht noch zur Vermeidung von Wildschäden notwendig.

Gesprächs- und kompromissbereit mit angepassten Wildbeständen
Der Vorarlberger Waldverein ist grundsätzlich in vielen Bereichen gesprächs- und kompromissbereit (Beispielweise Lenkungs- bzw. Notfütterung in besonders strengen Wintern in Problemgebieten). Aber erst, wenn die seit mehr als 3 Jahrzehnten geforderten biotopangepassten Wildstände erreicht sind, kann über mögliche Gesetzesänderungen im Jagdgesetz diskutiert werden!

Vorarlberger Waldverein, 22. März 2018


Auskünfte zum Thema
Obmann Mag. Walter Amann
Tel 0664 3008504, walter.amann@vol.at

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Schutzwald nicht verhandelbar

Unter Anwesenheit seines Regierungskollegen Johannes Rauch machte Landesrat Ing. Erich Schwärzler bei der Vorarlberger Schutzwaldpreisverleihung in Rankweil Richtung Jäger klar, dass es keine Kompromisse bei der Schutzwaldtauglichkeit geben kann. Das ist in einem Gebirgsland wie Vorarlberg nicht verhandelbar. Gleichzeitig plädierte er für ein mehr an Miteinander zu kämpfen. 


Geht nicht: kleiner werdende Lebensräume und verdoppelte Wildbestände
Landesforstdirektor DI Andreas Amann möchte Rahmenbedingungen erreichen, mit den der Waldbesitzer wieder Freude an der Holznutzung und an der Waldpflege hat. Die Lebensräume für die Wildtiere sind in den letzten Jahren, wie in letzter Zeit richtigerweise von der Jägerschaft öffentlich wirksam hingewiesen wurde, kleiner geworden. Seit 1990 habe sich die Wildbestände aber mehr als verdoppelt und das geht nach Landesforstdirektor Amann überhaupt nicht zusammen.
Der Schutzwaldpreis ging heuer an das Projekt "Zelfenwald" in Tschagguns. Durch das Engagement von zehn Waldbesitzern kann dort die Parzelle Zelfen vor Steinschlag, Waldlawinen und Muren geschützt werden. In der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit wurde die Marktgemeinde Nenzing für den Dokumentarfilm "Die Flötzer vom Gamerdonatal" ausgezeichnet (Film Link: https://vimeo.com/251783029, Kennwort: meng). Eine Auszeichnung wurde an die Waldschule Bodensee verliehen, die heuer ihr 10 jähriges Bestehen feiert (Führungen und Seminare auch für Erwachsene unter www.waldschule-bodensee.at). Überzeugt war die Jury auch vom innovativen Projekt "Montafoner Juniorförster" der Silbertaler Waldschule (Anmeldungen für das heurige Jahr werden noch gerne entgegen genommen, sylvia.ackerl@stand-montafon.at). Der anwesende Präsident Josef Moosbrugger freute sich über das hohe Engagement vieler Grundbesitzer und Verantwortlicher im Forstbereich.
1. Vorarlberger Waldbier
Bei der Schutzwaldtagung konnte auch das erste Vorarlberger Waldbier von Johannes Kessler aus Nenzing gekostet werden. Gebraut wurde das „Bockbier“ mit Vogelbeeren aus dem Gamperdonatal mit einer Stammwürze von 16,3% und einem Alkoholgehalt von 7,2% (Bestellung bei Johannnes Kessler, Panüler Bräu, jk@kessler-ing.com, 0664/8145449).

Zur Vogelbeere im Waldbier: Die Vogelbeere oder Eberesche ist ein weit verbreiteter Bam in Europa und Westasien mit Pioniercharakter. Die Vogelbeer ist als wichtige Mischbaumart in den Nadelhochlagenbeständen als wichtiger Stickstoffspender. Außerdem wurzelt sie tief und macht so tiefer verlagerte Nährstoffe wieder Pflanzenverfügbar. Damit bekommt sie eine wichtige Bedeutung im Schutzwald und kann keineswegs nur als „Verbissgehölz“ für Hirsch, Reh und Gams abklassifiziert werden. Neben der Verwendung der Vogelbeeren jetzt im ersten Vorarlberger Waldbier werden die Vogelbeerefrüchte zu besten Destillaten gebrannt.

Bild Vorarlberger Bier: Zur Schutzwaldtagung gab es das erste Vorarlberger Waldbier. Zum Wohl auf die verdienten Preisträger des Vorarlberger Schutzwaldpreises.

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Rotwild: Bestände nach oben schießen?

Wenn zu wenige weibliche Tiere entnommen werden, steigt der Bestand, auch wenn mehr geschossen wird. Diese Zusammenhänge erläuterte der Wildbiologe Dr. Hubert Zeiler anhand von Beispielen bei den Oberländer Jägertagen am 16.März in Raggal.
Die Rotwildbestände sind in den letzten Jahren (Jahrzehnten) nicht nur in Vorarlberg, sondern in ganz Europa exponentiell stark angestiegen. Hubert Zeiler zeigte an Beispielen klar auf, dass viel zu wenig bei den weiblichen Zuwachsträger eingegriffen wurde. Das Geschlechterverhältnis verschiebt sich dadurch maßgeblich und es gibt eine immer höhere Zuwachsrate.


Reduktionsformel 20:40:40
Wildbiologisch hat dies folgende Ursachen: Forschungen zeigen, dass bei hohen Wilddichten wesentlich mehr weibliche Nachkommen gezeugt werden. Im Winter fallen wesentlich mehr männliche Kälber aus (haben von Natur aus weniger Fettreserven). Dazu kommt noch, dass durch mittelalte Hirsche beschlagene Tiere im Vergleich zu alten Hirschen wesentlich mehr weibliche Kälber zeugen. Damit wird klar, dass mit den bisherigen Abschusszahlen keine Reduktion, sondern im Gegenteil sogar ein Zuwachs erreicht wurde. Hubert Zeiler schlägt klar das Abschussverhältnis von 20 Prozent Hirschen zu 40 Prozent Tieren und 40 Prozent Kälber vor, wobei die Hirsche möglichst alt werden sollten. Nur so ist es möglich mit dem Wildbestand herunter zu kommen. Mit einer geringeren Wilddichten bekommt man dann in Folge auch mehr männliche Hirsche.


Transparente Darstellung und Analyse mit Maßnahmen
In der Diskussion betonte der Landewildbiologe Hubert Schatz, dass man sich sehr an dieser Leitlinie orientiert. Gerade mit der verpflichtenden Hegeschau könnten bei Rotwild die notwendigen Zahlen und Altersstrukturen der Wildpopulationen dazu festgestellt werden (ein Aufhängen der Geweihe ist dazu natürlich nicht notwendig). Unter diesem Aspekt stellt sich auch Vizepräsident Hubert Malin hinter die Hegeschau. Allerdings braucht es dann eine landesweit einheitliche transparente Darstellung und Analyse, aus der die Geschlechterverhältnisse und Zuwachsraten über die Jahre ersichtlich sind. Je nach Erreichung der Zielvorgaben (Reduktionsformel 20:40:40) müssen dann festgelte Maßnahmen umgesetzt werden.

Bild: Wildbiologe Hubert Zeiler zeigt klar auf: Mehr schießen allein ist zu wenig!


Link Stream: http://www.vol.at/vorarlberg-oberlaender-jaegertage-zukunftsdiskussion-ueber-wald-und-wild/5709774

 

 

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Wild und Wald geht es besser ohne Fütterung

In der derzeitigen Diskussion werden wildökologische Grundlagen und Erkenntnisse völlig außer Acht gelassen. Es wird teilweise auch von fachlichen Stellen mit oberflächlichen menschlichen Sichtweisen, die eher für Haus- oder Nutztiere gelten, argumentiert. Deshalb möchten wir hier aus dem aktuellen Notfütterungskonzept des Kantons St.Gallen Grundlagen wiedergeben, die bei der Wiltierbewirtschaftung essentiell wichtig sind:

Verschiedene Überlebensstrategien
Im Gegensatz zu Haustieren brauchen Wildtiere kein Futter vom Menschen. Sie haben verschiedene Überlebensstrategien entwickelt und sind für den Nahrungsengpass und tiefe Temperaturen im Winter gut vorbereitet. Die Fortbewegung und Raumnutzung im Winter werden massiv reduziert, ebenso der Stoffwechsel, die Körpertemperatur, der Puls und die Verdauung. Damit reduziert sich der Energie- und Nahrungsbedarf um ein Vielfaches, sofern übermäßige Störungen ausbleiben und die Tiere ihren Energiesparmodus umsetzen können.


Auslese bei Wildtieren fördert den Gesundheitszustand eines Wildbestandes
Trotz diesen Energiesparmaßnahmen fordert der Winter je nach Härte und Kondition der Wildtiere alljährlich Opfer. Je schwächer die Kondition der Tiere ist, umso höher wird die Fallwildrate in strengen Wintern ausfallen. Die Kondition der Tiere ist vom Lebensraum, den Energiereserven (Nahrungsangebot im Sommer), der Wilddichte (sozialer Stress, Nahrungskonkurrenz) und der Immunstärke (Parasitenbefall usw.) abhängig. Geschwächte Gämsen und Steinböcken gehen oft ein, ohne dass dies von Menschen wahrgenommen wird. Doch diese natürliche Auslese bei Wildtieren mit eingeschränkter Kondition fördert zugleich den Gesundheitszustand eines Wildbestandes und bietet anderen Wildtieren wiederum eine Nahrungsgrundlage.


Stress und die Seuchengefahr geringer
Langjährige Erfahrungen im In- und Ausland zeigen, dass es dem Wild und dem Wald ohne Fütterungen besser geht. Das Wild verteilt sich besser in den geeignetsten Wintereinstandsgebieten, hohe Konzentrationen auf kleinstem Raum bleiben aus, was automatisch auch weniger Wildschäden (Schälungen) produziert. Auch der soziale Stress und die Seuchengefahr für Mensch und Tier sind bei ausbleibenden Konzentrationen ohne Fütterungen viel geringer. Fütterungen können sogar schädlich sein: Sie setzen den natürlichen Energiesparmodus außer Betrieb, erhöhen den Energiebedarf und führen bei falscher Fütterung auch zu Verdauungsproblemen (Pansen-Azidiose) und können damit zur tödlichen Falle werden. Künstliche Wildkonzentrationen ziehen auch Großraubtiere an, und locken diese damit in Siedlungsnähe, weil Fütterungen bei hoher Schneelage wegen der Erreichbarkeit siedlungsnah sind, was zu vermehrten Störungen und Stress der Wildtiere führt. Mit und ohne Fütterungen führt ein langer, kalter und schneereicher Winter zu Fallwild.

Bild: Wildökologische Erkenntnisse für Wildtiere werden in der derzeit öffentlichen Diskussion völlig außer Acht gelassen.

Weiter Informationen: https://www.anjf.sg.ch/home/jagd/wildtiere.html

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Regionales Holz auf der Com:Bau

Vom 9.3 bis 11.3 findet in Dornbirn die Baumesse „Com:Bau“ statt. Dabei ist am Gemeinschaftsstand der Vorarlberger Holzbaukunst, neben den Vorarlberger „Venstermacher“ auch das EU Casco Projekt mit „Holz von hier“.


Regionale Wirtschaft, Klimaschonung und gute Gebirgsholzqualität
Bauen mit Holz von hier ist gut für die regionale Wirtschaft und schont das Klima. Nebenbei bekommen Sie als Kunde beste Vorarlberger Gebirgsholzqualität. Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, Sie müssen als Kunde nachfragen, woher das Holz kommt.


Unser Obmann Mag Walter Amman hält jeden Tag auf der Messe am Stand Kurzreferat zum Thema regionale Waldwirtschaft und Holzverwendung. Es ist sehr wichtig die breite Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.
Im Rahmen des EU Projektes „CaSCo“ wurde eine Homepage erstellt, auf der einige gelungene Beispiele von öffentlichen und privaten Bauherren und Bauherrinnen präsentiert werden, die regionales Holz besonders berücksichtigt haben.

Link: http://holzvonhier.regio-v.at/


Bild: Regionales Holz kann eine gesunde und moderne Holzatmosphäre bringen.

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Protest gegen Trophäenschau aus Möggers

Wald- und wildorientierte Jäger aus Möggers protestieren gegen die verpflichtende Hegeschau, die in ihrem Wesen eine Trophäenschau ist.


Wollen gesunde und angepasste Wildbestände in vegetationsreichen Waldbiotopen
In einem gut verjüngten Waldteil mit Weißtannen in allen Alters- und Höhenklassen präsentierten die wald- und wildorientierten Jäger aus Möggers am 6. März ihren Protest an der alljährlich gesetzlich vorgeschriebenen Hegeschau. Reinhard Rädler, als Sprecher der Möggener Jäger sieht immer noch die „Trophäe“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das scheinbar nicht gewollte „Trophäendenken“ wird damit klar gefördert. Die Wildbestände werden unnatürlich hoch gehalten. Die Fütterung erfolgt in vielen Fällen nicht um den gesetzlichen Hintergrund des Wildschadensschutzes zu erfüllen, sondern um möglichst viele kapitale Trophäen zu züchten.

Die Möggener Jäger, vielfach auch praktizierende Landwirte, wollen gesunde und angepasste Wildbestände in vegetationsreichen Waldbiotopen. Wie bei einem Überbesatz von Kühen auf Weideflächen, schadet ein überhöhter Schalenwildbestand dem Wald und schlussendlich auch der Gesundheit des Wildes selber. Die Möggener Jäger und Waldbesitzer zeigen vor wie es gehen kann. Von einem angepassten Wildbestand profitieren Wald und Wild. Es gibt genügend Äsung und Deckung. Es braucht keine Fütterung. Die Wildtiere haben spezielle Anpassungsstrategien über den Winter zu kommen. Geschwächte und kranke Tiere fallen aus und stärken damit die gesamte Population in ihrer Gesundheit. Und der Wald kann sich mit allen Mischbaumarten verjüngen, bleibt stabil für alle verschiedenen Waldfunktionen und bietet gleichzeitig einen gesunden Lebensraum für die Wildtiere.


Ökologischen Ausrichtung der Jagdwirtschaft
Zu dieser ökologischen Ausrichtung der Jagdwirtschaft passt die derzeit in Vorarlberg gesetzlich vorgeschriebene Hegeschau überhaupt nicht. Weder die Jagdwirtschaft und schon gar nicht der Lebensraum kann mit „Knochen“ an der Wand beurteilt werden. Dazu würde sich beispielweise viel besser ein Lokalaugenschein vor Ort eignen.


Vorarlberger Waldverein sieht seine Petition aus dem Jahre 2014 bestätigt
Der Obmann des Vorarlberger Waldverein, Mag. Walter Amann, sieht die Situation ähnlich und sieht durch die Protestaktion der Jäger aus Möggers die Petition des Vorarlberger Waldverein aus dem Jahre 2014 bestätigt, in der die Abschaffung der verpflichtenden Hegeschau gefordert wurde.
Ihr Anliegen haben die Möggener bereits beim Landesjägermeister Sepp Bayer und auch bei Landesrat Ing Erich Schwärzler vorgebracht. Bei den offiziellen Jägern haben sie wenig Gehör bekommen. Landesrat Ing Erich Schwärzler hat die Einrichtung einer Arbeitsgruppe angekündigt, bei die Möglichkeiten und Verbesserungen erarbeitet werden sollen.

Bild: Protest gegen die Trophäenausrichtung der Jagdwirtschaft von Möggener Jägern. Sie fordern gesunde und angepasste Wildbestände in vegetationsreichen Waldbiotopen. Dies und nicht Trophäen sind maßgebende Kriterien für eine zukünftige Jagdwirtschaft.

Link zum ORF V-heute Beitrag dazu:

http://tvthek.orf.at/profile/Vorarlberg-heute/70024/Vorarlberg-heute/13968652/Oeko-Jaeger-Kritik-an-Hegeschau/14258965

 

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LFI Vortrag: Faktoren für eine erfolgreiche Jagd- und Waldbewirtschaftung

Do., 15.03.2018, 20:00 – 22:00 Uhr, BSBZ Hohenems

Das Thema Wald, Wild, Jagd beschäftigt uns schon seit Jahren und wird uns in Zukunft sich noch beschäftigen. Mit der Klimaänderung gewinnt das Thema noch an zusätzlicher Brisanz. Über die LFI Veranstaltung wird hier ein Positivbeispiel vorgestellt: Der Forstbetrieb Sonthofen der bayrischen Staatsbetriebe zeigt im angrenzenden Balderschwang eindrücklich auf, wie Waldwirtschaft und Jagdmanagement funktionieren kann. Die waldorientierte Försterarbeit führt im Staatswaldrevier Balderschwang auf großer Fläche zu einem Wald voll üppiger Tannenverjüngung, weil ein Konzept naturnaher Wald- und Jagdwirtschaft konsequent umgesetzt wird. Revierleiter Hubert Heinl stellt uns die Konzeption und die Erfolgsfaktoren vor. Die forstliche und jagdliche Situation in den privaten Wäldern und Jagdgenossenschaften im angrenzenden Allgäu wird auf der Vortragsveranstaltung von Förster Andreas Fisel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten vorgestellt.
Anmeldung und Information unter: Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI) Vorarlberg, T 05574/400 – 191, E lfi@lk-vbg.at, I www.lfi.at/vbg

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Vorträge Wildbestandserfassung

Dem Vorarlberger Waldverein ist die Erhaltung und Verbesserung der Wildtierlebensräume ein sehr wichtiges Anliegen. Lebensraumangepasste nicht überhöhte Wildtierbestände sind dabei eine zentrale Voraussetzung.
Bisherige Wildtiererfassungen liefern nur wenige brauchbare Zahlen sowohl in der Höhe als auch in der Verteilung. In vielen Gebieten in Vorarlbergs leidet nach wie vor die Waldverjüngung aufgrund von aufgehegten unnatürliche hohen Wildbeständen. Mit zu hohen Wildbeständen, die vielfach aus jagdlichen Interessen angestrebt werden, wird auch die Tiergesundheit in Mitleidenschaft gezogen (siehe TBC Problematik).
Um einen guten Überblick über den Zustand zu bekommen, sollten nach Ansicht des Vorarlberger Waldvereins auch neue Methoden der Wildstanderfassung angewendet werden. Dazu wurde jetzt Ulrich Franke ein Experte auf dem Gebiet eingeladen, solche vorzustellen. Eine Anwendung sollte zumindest an Hand von Pilotregionen getestet werden.
Die Einladung zu den Informationsvorträgen "Moderne Methoden zur Wildbestandserfassung" mit Ulrich Franke (am Montag, 26. Februar, 20 Uhr, Sunnasaal Thüringerberg und am Dienstag, 27. Februar, 20 Uhr, Gasthaus Taube Alberschwende) finden Sie anbei.

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Forderungen der Landwirtschaftskammer

19 Resolutionen der LK Vorarlberg wurden anlässlich der Vollversammlung im Dezember 2017 verabschiedet. Zwei davon betreffen auch direkt den Wald und die Waldbewirtschaftung.


Keine generelle Öffnung der Forststraßen
Verschiedene Organisationen und Parteien betreiben eine gesetzliche Regelung, die ein freies Radfahren auf allen Forststraßen ermöglicht. Die Waldarbeit und Wildruhe- räume würden massiv gestört.
Die Landwirtschaftskammer Vorarlberg fordert, ein freies Befahren aller Forststraßen zu unterbinden. In Vorarlberg gibt es eine privatrechtliche Vertragsregelung, die sich bewährt hat. Einerseits besteht ein ausgedehntes Mountainbike-Streckennetz und auf der anderen Seite können doch bestimmte für Tier und Natur wichtige Lebensräume von der Störung verschont werden.


Waldbewirtschaftung im öffentlichen Interesse
Bei der Genehmigung von Forststraßen kommt es immer mehr vor, dass die Behörde der Waldbewirtschaftung ausschließlich private Interessen zuordnet. Daher wird es aus Naturschutzgründen immer schwieriger für Forststraßen eine Bewilligung zu bekommen.
Die Landwirtschaftskammer Vorarlberg fordert, im Verfahren zur Bewilligung von Forststraßen die Waldbewirtschaftung und -pflege als öffentliches Interesse in die Interessenabwägung einzubeziehen. Die naturnahe Waldbewirtschaftung sichert häufig die Siedlungsräume für Menschen, die Lebensräume von Wildtieren und den Erhalt von Naturräumen. Die gute Erschließung ist Grundvoraussetzung dafür.

 

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"Burglind" verursachte Schäden – Holzmarkt aufnahmefähig!

Für die betroffenen Waldbesitzer ergeben sich durch den Sturm „Burglind“ von Anfang Jänner beträchtliche Schäden und Mindereinnahmen. Durch das insgesamt geringe Ausmaß gibt es zum Glück keine Auswirkungen am Holzmarkt.
Für Vorarlberg wurde ein Schadensausmaß von insgesamt knapp 50.000 Festmeter Windwurfholz erhoben. Die Hauptschadensgebiete liegen dabei in den Bezirken Feldkirch und Bregenz. Am Nadelnutzholzmarkt wird mit einem Anfall von etwa insgesamt 20.000 Festmeter Holz gerechnet. Ein Teil der Einzelwürfe wird überhaupt im Wald bleiben, zusammen mit dem Laubschadholz wird ein größerer Teil im Brennholzsortiment landen.
Holzmarkt sehr aufnahmefähig
Im letzten Jahr ist national und international wesentlich weniger Windwurf- und Borkenkäferholz auf den Holzmarkt gekommen als erwartet wurde. Die gedrückten Rundholzpreise führten zu einer starken Rücknahme des Holzeinschlages, was inzwischen zu einer belebten Nachfrage nach Rundholz führte. Die Schwachnutzholzpreise wurden jetzt für den Jänner wieder angehoben. Die allgemeine Wirtschaftslage und die Holznachfrage waren im Jahr 2017 sehr gut und auch die Prognosen für 2018 sind ausgesprochen positiv. Der Waldverband Vorarlberg bietet seine Holzvermarktungsdienstleistungen - gerade jetzt natürlich auch zur Vermarktung des Schadholzes –für alle Waldbesitzer an. Die hohe Transparenz und Vertrauensbasis sprechen für diese professionelle Vermarktungsschiene.

Service
+ Infos Förderung Aufarbeitung Schadholz beim zuständigen Waldaufseher in der Region (http://www.vorarlberg.at/vorarlberg/landwirtschaft_forst/forst/forstwesen/neuigkeiten_mitbild_/waldaufsichtinvorarlberg.htm).

+ Kontakt Service Holzvermarktung Waldverband Vorarlberg: Edgar Häfele (0664/60 259 19 461), Peter Nenning (0664/60 259 19 461) und Daniel Flatz (0664/4744526).

+ Hotline Schäden allgemein, Land Vorarlberg, Katastrophenfonds: 05574-511-25122

Bild: Sturm „Burglind“ war zum Glück in Vorarlberg nicht so stark. Für die betroffenen Waldbesitzer gibt es aber beträchtliche Schäden (im Bild Schäden im Götzner Moos).

 

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