Mai 2017

Problem: Aufgezüchtete Wildbestände

Bild: Augenscheinlich werden die Probleme der Waldverjüngung an einem Kontrollzaun im Ladritschtal: Innen kommt die gesamte Mischwaldverjüngung, außen gibt es sogar mit der weniger verbissgefährdeten Fichte Probleme.

Starkt aufgezüchtete Rotwildbestände führten im Ladritschtal, einem Seitental des großen Waldsertales, zu großen Problemen in der Waldverjüngung der dort vorhandenen Schutzwälder.
DI Karl Studer, Bezirksforsttechniker der Bezirkshauptmannschaft Bludenz, erläuterte am 21. Mai bei einer Waldbegehung der Ortsgruppen Hinterer Bregenzerwald und Großes Waldsertal des Vorarlberger Waldvereins den etwa 80 bis 100 Teilnehmern/innen die Entwicklung und Situation von Wald, Wild und Jagd im Ladritschtal: Im Regionalplanungskonzept von 1988 wurde von Prof. Fritz Reimoser das Ladritschtal ursprünglich als Rotwildrandzone vorgesehen. Bis 1994 gab es in der EJ Unterdamüls, einem Jagdrevier im hinteren Ladritschtal  lediglich eine Rehwildfütterung, bei der dann auch einzelne Stück Rotwild gefüttert wurden. 2005 wurde dann von der Behörde eine Rotwildfütterung mit maximal 15 bis 20 Stück Rotwild genehmigt. Heute stehen an dieser Fütterung 100 bis 120 Stück Rotwild. Im gesamten Ladritschtal wird von einem Rotwildbestand von 220 bis 300 Stück ausgegangen. Von ursprünglich unproblematischen Wildschäden muss heute leider von waldverwüstenden Wildschäden an der Waldverjüngung gesprochen werden. Nach einem wildökologischen Gutachten soll in fünf Jahren bis 2020 ein Gesamtbestand von 120 Stück erreicht werden. Aus forstbehördlicher Sicht wird ein Zielbestand von 60 Stück für das gesamte Ladritschtal als lebensraumangepasst gesehen.


Wo gibt es noch Lebensräume für Rotwild? Sicher nicht mit aufgezüchteten Wildbeständen!
Tatsächlich gibt es aufgrund der Zunahme des Tourismus und der Freizeitnutzung einen großen Druck auf die Lebensräume aller Schalenwildarten. Aktive Lenkungsmaßnahmen und die gezielte Erhaltung und Verbesserung von gewünschten Lebensräumen mit Wildruhezonen stellen hier wichtige Maßnahmen dar. Allerdings geht das sicher nicht mit aufgezüchteten und unnatürlich hohen Wildbeständen. Auf der Basis von Lebensraum angepassten Schalenwildbeständen setzt sich auch der Vorarlberger Waldverein sehr für besser geschützte Lebensräume für das Rot- und das Gamswild ein. Dies kommt nicht nur dem Wald zu Gute, sondern für die Wildtiere selbst wird dadurch der Lebensraum inklusive der innerartlichen Bedürfnissen und Stressfaktoren wesentlich verbessert. Mit einer klaren und ehrlichen Reduktion der Wildbestände könnten die Zielsetzung der Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume gemeinsam mit der Jägerschaft gegenüber der Gesellschaft verfolgt werden.


Standortsschutzwald ohne Bedeutung?
Nachdem die Wichtigkeit von Standortsschutzwäldern im Vergleich zu Objektschutzwäldern von einigen Jägern in Diskussion gestellt wurde, gingen sowohl Bezirksforsttechniker DI Karl Studer, Bodenkundler DI Dr. Walter Fitz und DI Wolfgang Schilcher von der Wildbach- und Lawinenverbauung am Beispiel des Ladritschtales auf die hohe Bedeutung der Standortsschutzwälder ein. Das Hochwasser- und das damit verbundene Geschieberückhaltevermögen von gesunden und intakten Wäldern sind für die darunterliegenden Bäche und Flüsse sehr wichtig. Bei Extremereignisse können dadurch die schadbringenden Spitzen abgefedert werden. Ein gut durchwurzelter Boden, der Wasser schneller aufnehmen und besser speichern kann spielt hier eine wichtige Bedeutung. Und hier spielen wiederum die tiefwurzelnden Baumkarten wie Weißtanne, Bergahorn, Buche und Eberesche eine entscheidende Rolle. Damit können solche Wälder sicherlich nicht einem Rotwildlebensraum mit unnatürlich hohen Wilddichten „geopfert“ werden.

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Auf die Plätze, fertig, Forst!

Bei den Landesforstmeisterschaften am 6. Mai zeigten die Forstprofis ihr exzellentes Können
Schnelligkeit und Präzision waren die Erfolgskriterien bei der Landesforstmeisterschaft 2017 in Feldkirch.

„An die Motorsägen – fertig – los“ hieß es vergangenen Samstag, 6. Mai bei der 32. Landesmeisterschaft der Forstarbeiter und Landjugend in Feldkirch.
66 Forstarbeiter und Landjugendliche aus ganz Vorarlberg, Tirol, Niederösterreich, Kärnten, der Steiermark sowie Slowenien trafen sich beim alten Hallenbad in Feldkirch, um ihr Geschick mit der Motorsäge unter Beweis zu stellen.
Die Besten nach dem Grunddurchgang (Fällkerb, Präzisionsschnitt, Kombinationsschnitt, Durchhacken, Geschicklichkeitsschnitt, Blochrollen) bestritten das Finale Entasten. Neben Schnelligkeit, Präzision und Technik wird auf sicheres Arbeiten besonderen Wert gelegt. Eine Teilnahme ohne vollständige Schutzausrüstung war erst gar nicht möglich.
Das Forstspektakel lockte auch zahlreiche Ehrengäste nach Feldkirch. Den Ehrenschutz übernahmen Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold, Landesrat Ing. Erich Schwärzler und Vizepräsident DI Hubert Malin, die sich zusammen mit Vizebürgermeisterin StR. Dr. Barbara Schöbi-Fink, StR. Wolfgang Matt, LK-Präsidenten Josef Moosbrugger, LAbg. Daniel Allgäuer und Landjugend Hauptsponsor Karl Wohllaib, sehr über die gelungene Veranstaltung freuten und den Wettkämpfern für ihre herausragenden Leistungen gratulierten. 
In der Allgemeinen Klasse setzten sich die Routiniers in Szene. Benjamin Greber aus Andelsbuch siegte vor Josef Bitschnau aus Bartholomäberg und Martin Moosbrugger aus Andelsbuch. Bei der Landjugend-Klasse konnte sich Aron Bitschnau gegen seinen Kollegen Raphael Ammann aus Bartholomäberg behaupten und Kilian Moosmann aus Mellau auf Rang drei verweisen.  Bei den Gästen setzte sich Harald Umgeher aus Niederösterreich vor Simon Mayr aus Tirol und seinem Landsmann Robert Leichtfried durch.
Schnelle Kletterer
Das heuer zum dritten Mal ausgetragene Mastenklettern konnte Thomas Feurstein aus Bizau bereits das dritte Mal klar für sich entscheiden. Er erkletterte den ca. fünfzehn Meter hohen Masten in 9,65 Sekunden und ließ den zweitplatzierten Bernhard Rützler aus Au knapp eine Sekunde hinter sich. Dritter wurde mit Michael Muxel ein weiterer Auer. Das traditionelle Beißen gewann die Paarung Ludwig Albrecht und Traugott Muxel für sich. Ebenfalls auf das Siegerpodest schafften es Martin Weiß und Tobias Ilg als Zweite und Benjamin und Tobias Greber als Dritte. Die vier Bestplatzierten der Allgemeinen Klasse und der Landjugend haben sich für die Bundesmeisterschaft 2017, die am 30. Juni und 1. Juli auf der Wieselburger Messe ausgetragen wird, qualifiziert.
 
Alle Detailergebnisse und viele Fotos von der 32. Landesmeisterschaft finden Sie unter
www.landarbeiterkammer.at/vorarlberg oder www.vbglandjugend.at

Ergebnisse:

Forstarbeiter:
1. Benjamin Greber,
    Andelsbuch
2. Josef Bitschnau,
    Bartholomäberg
3. Martin Moosbrugger,    
    Andelsbuch
4. Thomas Ganahl,
    Bartholomäberg


Landjugend:
1. Aron Bitschnau,
    Bartholomäberg
2. Raphael Ammann,
    Bartholomäberg
3. Kilian Moosmann, Mellau
4. Thomas Bertschler, Göfis

Gäste:
1. Harald Umgeher, Niederösterreich
2. Simon Mayr, Tirol
3. Robert Leichtfried, Niederösterreich
4. Franz Auer, Tirol

Bild: Eine sehr hohe Qualität in der Forstarbeit wurde von den Teilnehmern der 32. Landesmeisterschaften in Feldkirch geboten. Im Bild Landesmeister Benjamin Greber beim Bewerb "Durchhacken".

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