Februar 2015

Forsttag: Holzwertschöpfung sichern – nachhaltige Holzressourcen nutzen!

Vorarlberg ist ein „Holzland“ mit einer relativ gut funktionierenden Holzwertschöpfungskette. Die Waldbesitzer bewirtschaften den Wald sehr naturnah und liefern eine beachtliche Menge der regional nachwachsenden Ressource Holz. Der durchschnittliche Jahreseinschlag liegt etwa bei 438.000 Vorratsfestmeter. Der jährliche nachhaltige Zuwachs beträgt 610.000 Vorratsfestmeter. Die Nutzung der nachhaltigen Ressource Holz ist damit neben der Wasserkraft sicher einer der wichtigsten regionalen Ressourcen in Vorarlberg. Und diese könnte noch gesteigert werden (knapp 200.000 Vorratsfestmeter oder um ein Drittel!!)
Spezialthema Rundholzübernahme und Sägetechnik
Im Vorspann zum Forstinfotag wurde die Vollversammlung des Vorarlberger Waldverbandes abgehalten. Danach wurde von den Referenten DI Johann Blinzer und DI Erwin Treml vom Holztechnikum Kuchl die Spezialthemen der Rundholzübernahme und die Möglichkeiten der heutigen und zukünftigen Sägetechniken vorgestellt (Folien der Referate können unten downgeloadet werden).
Problem Kleinstwaldstruktur – urbane Waldbesitzer – abnehmende Ressourcennutzung – negativ für Waldfunktionen
Vorarlbergs Wald ist kleinstrukturiert mit sehr vielen kleinen Waldbesitzern. Dabei ist auch hier eine Urbanisierung festzustellen. Der Bezug dieser größer werdenden Waldbesitzergruppe zu ihrem Wald nimmt ab. Setzt sich diese Entwicklung fort, wirkt sich dies in Zukunft negativ auf die Ressourcennutzung und auch auf die Waldfunktionen aus.
Ein flächig bewirtschafteter Wald bringt große Vorteile für die Waldfunktionen, die in einem Gebirgsland wie Vorarlberg von enormer wichtiger Bedeutung sind. Ein bewirtschafteter Wald erfüllt die Waldfunktionen wesentlich besser als ein unbewirtschafteter. Dies wird in wissenschaftlichen Studien bestätigt.
Servicierung mit Pflege und Ertrag
Die Zielsetzung einer flächigen naturnahen Waldbewirtschaftung aber auch die Stärkung einer regionalen Holzwertschöpfungskette stehen als wichtige Punkte in der Forststrategie 2018 (vom Vorarlberger Landtag beschlossen).
Der Vorarlberger Waldverband versucht mit einem Ausbau der Serviceleistungen in der gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung die „urbanen“ und „hoffernen“ Waldbesitzer zu erreichen. Mit dem Motto „Pflege und Ertrag“ können viele Waldbesitzer erreicht werden. Mit der Waldbewirtschaftung kann der Wald gepflegt werden und ein willkommener Ertrag erwirtschaftet werden. Derzeit sind die Nachfrage und die Preise am Holzmarkt durchaus attraktiv. Die Nutzung der nachhaltigen Zuwächse wird deshalb empfohlen.
Mitgliedschaft Waldverband Vorarlberg
Der jährliche Mitgliedsbeitrag wird bei der ersten durchgeführten Holzvermarktung im Jahr mit 30.- verrechnet und abgezogen. Damit fällt er nur an, wenn Holz genutzt wird. Jedes Mitglied bekommt die Verbandzeitung „Waldverband aktuell“ viermal im Jahr. Für eine vertrauenssichere und optimierte gemeinschaftliche Rundholzvermarktung ist der Vorarlberger Waldverband sehr wichtig. Nutzen Sie die Möglichkeit dieser Serviceeinrichtung!
Kontakt: Ing. Edgar Häfele, 05574/400-461, 0664/9153514, edgar.haefele@lk-vbg.at, DI Peter Nenning, Bereiche Forst&Holzservice und Holzhotline: 05574/400-462, 0664/5048066, peter.nenning@lk-vbg.at; www.waldverband.at


Bild: Die Lieferanten der höchst dotierten Wertholzstämme wurden auf der Veranstaltung von Landesrat Ing. Erich Schwärzler und Lk-Präsident StR. Josef Moosbrugger geehrt.

 

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VORARLBERGER INITIATIVE GEWINNT ALPINER SCHUTZWALDPREIS

Zum 9. Mal vergab die ARGE Alpenländische Forstvereine den Alpinen Schutzwaldpreis in Galtür. Das Schutzwaldprojekt Bolgenach II aus Vorarlberg gewann den Spezialpreis der Jury. Die vielen Beteiligten, darunter die Gemeinde Waldbesitzer, Jäger und Forstamt, haben sich gemeinsam der Pflege des Schutzwaldes in Hittisau gewidmet und so sein Bestehen auf Jahrzehnte hinweg gesichert. Nominiert waren insgesamt 12 innovative Projekte und Ideen aus Österreich, der Schweiz, Bayern und Südtirol. Als Vorzeigebeispiele setzen sie sich für den Erhalt und die Pflege des alpinen Schutzwaldes ein. Umweltminister Andrä Rupprechter und politische Vertreter aus dem In- und Ausland haben an der Verleihung am 30. Jänner 2015 in der Tiroler Gemeinde Galtür teilgenommen.


BOLGENACH II - innovativ und mutig
Die Jury hat das Projekt „Bolgenach II: Einsatz für den Wald - innovativ und mutig“ aus Hittisau mit dem Spezialpreis ausgezeichnet. Die Initiatoren des Projekts haben innerhalb sechs Jahre den Schutzwald gegen zukünftige Herausforderung gerüstet. Die Gemeinde hat mit Waldbesitzern, Förstern und Jägern ein Konzept erarbeitet um den Wald wieder zu verjüngen. Eine eigene Jagdstrategie wurde entwickelt, denn das Wild hat viele junge Pflanzen gefressen. Die Initiative hat sich bewährt: kleine Bäumchen wachsen heran und sichern den Bestand des Schutzwaldes. Zuletzt war es den Waldbesitzern wichtig, die Stieleiche als stabile Baumart einzubringen, auch hinsichtlich des Klimawandels. Dafür haben Schulkinder Holzkisten gebaut und sie mit Eicheln gefüllt. Im Wald aufgestellt, hat sie der Eichelhäher auf natürliche Art und Weise verteilt. „Es ist ein ausgezeichnetes Projekt, mit vielen Aspekten“, sagte die Jury, „Es ist vorbildlich, Kinder miteinzubinden, schließlich sind sie die Entscheidungsträger der Zukunft“.

SCHÜTZE DEN WALD, DANN SCHÜTZT ER DICH
Die Öffentlichkeit profitiert vom Schutz des Waldes, trägt aber auch einen Teil der Kosten für seine Pflege. Dennoch ist nicht vielen bekannt, was der Wald vor der Haustüre leistet. Der Alpine Schutzwaldpreis rückt beispielhafte Projekte in den Vordergrund. „Der Alpine Schutzwaldpreis gibt beispielhaften Projekten eine Bühne und zeigt eindrucksvoll welche große Wirkung durch kleine Initiativen erzielt werden kann.“ so Bundesminister Andrä Rupprechter anlässlich der Preisverleihung in Galtür.
Organisiert wird der Alpine Schutzwaldpreis von der ARGE Alpenländische Forstvereine, einem Zusammenschluss von acht Forstvereinen. Heuer trat erstmals die Versicherungsgruppe Helvetia als Hauptsponsor auf. Das Unternehmen engagiert sich seit fünf Jahren für die Pflege und den Erhalt alpiner Schutzwälder.


DER SCHUTZWALD - DIE GRÜNE LEBENSVERSICHERUNG
Nur dank der Schutzwälder können Menschen in vielen Gebieten der Alpen überhaupt wohnen und wirtschaften. Intakte Bergwälder schützen vor Naturgefahren. Sie verhindern, dass Lawinen anbrechen und bremsen herabstürzende Steine. Die Wurzeln der Bäume stabilisieren Hänge und verhindern Erosion an Bachufern. Wälder bedecken fast die Hälfte des Alpenraums. Ob Autobahnen, Eisenbahngleise oder Skianlagen: Wälder schützen Bauten, die zentral für den Tourismus und den Gütertransport sind. Sie bremsen Lawinen oder Steinschlag oft kostengünstiger, ökologischer und langfristiger als technische Verbauungen. Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung ist enorm. Um gegen Naturgefahren anzukommen, muss der Schutzwald gesund und intakt sein.

Im Bild die Initiatoren aus Hittisau mit Bürgermeister Klaus Schwarz, Landesforstdirektor Sigi Tschann und Bürgermeister Anton Mattle von Galtür.

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