Rekordergebnis und Fichte im Gebirge weiterhin ok!

Unter dem Titel „Hat die Fichte ausgedient? Waldwirtschaft im Klimawandel“ wurde am 27.01.2012 im Bäuerliches Bildungszentrum in Hohenems referiert und diskutiert.

In Tieflagen schaut es mit der prognostizierten Klimaerwärmung in den nächsten Jahrzehnten mit der Fichtenverbreitung tatsächlich sehr schlecht aus. In den Gebirgslagen ist die Fichte aber nach wie vor standortsgemäß und auch wirtschaftlich interessant.

In Vorarlberg hat die Fichte einen Flächenanteil von 50%. Im Vorrat sind es sogar 61%. Damit ist die Fichte bei uns die absolute Hauptbaumart. Immer wieder hört man von „Horrorszenarien“, dass die Fichte auch bei uns aufgrund des Klimawandels nicht mehr standorttauglich sein wird. Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Waldbewirtschaftung aus? Fällt die Fichte tatsächlich aus? Oder gibt es durch den Klimawandel bei der Fichte sogar ein Mehrwachstum? Diesen Fragen wurde auf der „Diskutieren Sie mit Veranstaltung“ von Landwirtschaftskammer und Waldverband Vorarlberg nachgegangen.

Der Klimawandel bringt natürlich einige negative Folgen mit sich. Es ist mit häufigeren und intensiveren Störungen und Klimaextremen zu rechnen (Trockenzeiten im Sommer, Borkenkäfer und andere Schäden). In höheren Lagen wird die Fichte aber weiter eine standorttaugliche Baumart bleiben. Die Waldgrenze steigt nach oben und mit ihr natürlich auch die Fichte.

In Tieflagengebieten z.B. von Baden Württemberg wird sich das Risiko mit der Fichte wesentlich verschlechtern zeigte Dr. Ulrich Kohnle von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg auf. Aber auch er sieht in höheren Lagen wesentlich weniger Probleme. Forstdirektor Franz Grill von der Landwirtschaftskammer Salzburg zeigt die vielfältigen wirtschaftlichen Vorteile der Fichte auf. Im Bereich Holzuwachs, Hektarvorrat, Holzerlös oder Sortimentsverteilung Nutzholz/Brennholz schneidet die Fichte im Vergleich zu Laubholz wesentlich besser ab. Gerade in Mischbeständen sieht Grill nach wie vor große Entwicklungschancen auch in Zukunft für die Fichte.

71.000 Festmeter gemeinschaftlich vermarktete Holzmenge

Auf der Forstveranstaltung wurde auch die Vollversammlung des Waldverbandes Vorarlberg abgehalten. Der Vorarlberger Waldverband vermittelt als Serviceeinrichtung Rundholz von den Waldbesitzern zu Sägern und Holzhändlern. Durch die Bündelung von Kleinmengen können Organisations- und Logistikvorteile genutzt werden. Außerdem können marktoptimierte Preise auch für Kleinwaldbesitzer erzielt werden. Ca.700 Waldbesitzer nutzen diesen Service in Vorarlberg und vermarkten damit eine Menge, wie ein Großbetrieb. Im vergangenen Jahr konnte ein Rekordergebnis von über 71.000 Festmeter erreicht werden (+30%). Knapp 60 % bleibt dabei als Starkholz bei den Vorarlberger Sägebetrieben. Etwa 15.000 Festmeter wurde durch den Machinenringservice bearbeitet.

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