Schutzwald nicht verhandelbar

Unter Anwesenheit seines Regierungskollegen Johannes Rauch machte Landesrat Ing. Erich Schwärzler bei der Vorarlberger Schutzwaldpreisverleihung in Rankweil Richtung Jäger klar, dass es keine Kompromisse bei der Schutzwaldtauglichkeit geben kann. Das ist in einem Gebirgsland wie Vorarlberg nicht verhandelbar. Gleichzeitig plädierte er für ein mehr an Miteinander zu kämpfen. 


Geht nicht: kleiner werdende Lebensräume und verdoppelte Wildbestände
Landesforstdirektor DI Andreas Amann möchte Rahmenbedingungen erreichen, mit den der Waldbesitzer wieder Freude an der Holznutzung und an der Waldpflege hat. Die Lebensräume für die Wildtiere sind in den letzten Jahren, wie in letzter Zeit richtigerweise von der Jägerschaft öffentlich wirksam hingewiesen wurde, kleiner geworden. Seit 1990 habe sich die Wildbestände aber mehr als verdoppelt und das geht nach Landesforstdirektor Amann überhaupt nicht zusammen.
Der Schutzwaldpreis ging heuer an das Projekt "Zelfenwald" in Tschagguns. Durch das Engagement von zehn Waldbesitzern kann dort die Parzelle Zelfen vor Steinschlag, Waldlawinen und Muren geschützt werden. In der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit wurde die Marktgemeinde Nenzing für den Dokumentarfilm "Die Flötzer vom Gamerdonatal" ausgezeichnet (Film Link: https://vimeo.com/251783029, Kennwort: meng). Eine Auszeichnung wurde an die Waldschule Bodensee verliehen, die heuer ihr 10 jähriges Bestehen feiert (Führungen und Seminare auch für Erwachsene unter www.waldschule-bodensee.at). Überzeugt war die Jury auch vom innovativen Projekt "Montafoner Juniorförster" der Silbertaler Waldschule (Anmeldungen für das heurige Jahr werden noch gerne entgegen genommen, sylvia.ackerl@stand-montafon.at). Der anwesende Präsident Josef Moosbrugger freute sich über das hohe Engagement vieler Grundbesitzer und Verantwortlicher im Forstbereich.
1. Vorarlberger Waldbier
Bei der Schutzwaldtagung konnte auch das erste Vorarlberger Waldbier von Johannes Kessler aus Nenzing gekostet werden. Gebraut wurde das „Bockbier“ mit Vogelbeeren aus dem Gamperdonatal mit einer Stammwürze von 16,3% und einem Alkoholgehalt von 7,2% (Bestellung bei Johannnes Kessler, Panüler Bräu, jk@kessler-ing.com, 0664/8145449).

Zur Vogelbeere im Waldbier: Die Vogelbeere oder Eberesche ist ein weit verbreiteter Bam in Europa und Westasien mit Pioniercharakter. Die Vogelbeer ist als wichtige Mischbaumart in den Nadelhochlagenbeständen als wichtiger Stickstoffspender. Außerdem wurzelt sie tief und macht so tiefer verlagerte Nährstoffe wieder Pflanzenverfügbar. Damit bekommt sie eine wichtige Bedeutung im Schutzwald und kann keineswegs nur als „Verbissgehölz“ für Hirsch, Reh und Gams abklassifiziert werden. Neben der Verwendung der Vogelbeeren jetzt im ersten Vorarlberger Waldbier werden die Vogelbeerefrüchte zu besten Destillaten gebrannt.

Bild Vorarlberger Bier: Zur Schutzwaldtagung gab es das erste Vorarlberger Waldbier. Zum Wohl auf die verdienten Preisträger des Vorarlberger Schutzwaldpreises.

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